US-Amerikanerin verklagt Fußball-Star Ronaldo wegen Vergewaltigung

Eine US-Amerikanerin hat Christiano Ronaldo wegen Vergewaltigung angezeigt. Er soll sie erst vergewaltigt und dann mit Geld zum Schweigen gebracht haben.

Die US-Amerikanerin Kathryn Mayorga berichtete gegenüber dem SPIEGEL ausführlich über eine mutmaßliche Vergewaltigung und belastet den ehemaligen Real- und jetzigen Juventus-Superstar Christiano Ronaldo mit schweren Vorwürfen.

Gemäß Mayorgas Aussagen soll der portugiesische Fußballer die Frau 2009 in einem Hotel in Las Vegas anal vergewaltigt haben. Sie schildert, wie er sie im Badezimmer der Suite bedrängt hätte: „Ich habe mich dann zusammengerollt und versucht, meine Vagina mit beiden Händen zu schützen. Und dann ist er auf mich drauf“. Wie der SPIEGEL berichtet, läge Mayorgas Anwalt ein Bericht vor, indem beschrieben wird, wie Ronaldo die Nacht erlebt hätte. Der Fußball-Star soll demnach selbst zugegeben haben: „Sie hat mehrfach Nein und Stopp gesagt“. Mayorga erzählte außerdem, Ronaldo habe sie nach dem Vorfall gefragt, ob sie Schmerzen hätte. „Dabei ging er auf die Knie irgendwie und sagte: ‚Zu 99 Prozent bin ich ein guter Kerl, ich weiß nicht, was mit diesem einen Prozent ist.'“

Anschließend soll Ronaldo der Frau 375.000 US-Dollar gezahlt haben, damit sie für immer über die Geschehnisse der Nacht schweigt. Dennoch beteuert Ronaldo, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Heute sagt Mayorga, sie hätte die Vereinbarung aus Angst um sich und ihre Familie unterschrieben. Damals soll die Frau einen Brief verfasst haben, den Ronaldo sich von seinem Anwalt vorlesen lassen musste – das sei ihre Bedingung des Schweigeabkommens gewesen. Trotz des Geldes und der Begleitumstände sei es Mayorga jedoch nicht möglich, über das Geschehene hinwegzukommen. Sie sei beispielweise nicht mehr in der Lage, ihren Beruf als Lehrerin auszuüben. Deswegen ließe sie das Abkommen nun in einer Zivilklage in Nevada anfechten, so berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. Mayorgas neuer Anwalt bewertet die Vereinbarung als rechtswidrig.

Der Vorwurf, der jetzt vor Gericht geht, steht bereits seit anderthalb Jahren im Raum. Damals hatte ebenfalls der SPIEGEL darüber berichtet. Grundlage bildeten Dokumente, die die Enthüllungsplattform Football Leaks dem Magazin überlassen hatte.

Der 33-jährige Cristiano Ronaldo gilt als der berühmteste Fußballspieler der Welt. Seit diesem Sommer steht er bei Juventus Turin unter Vertrag. Er ist Kapitän, Rekordspieler und Rekordtorschütze der portugiesischen Nationalmannschaft, mit der er die Europameisterschaft 2016 gewann. In Wettbewerben auf nationaler und internationaler Ebene ist Ronaldo mehrmaliger Rekordschütze und genießt den Ruf als einer der torgefährlichsten Fußballspieler.