Ärztepfuschs mit fatalen Folgen

Immer häufiger, so scheint es, führen Behandlungsfehler zu dramatischen Folgeerkrankungen oder so gar zum Tod von Patienten. Wie oft es wirklich passiert ist, unklar. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) melden jedoch immer mehr Patienten ihren Verdacht auf Behandlungsfehler. Die Folgen können dramatisch sein, wie zwei Fälle aus jüngster Zeit zeigen.

Laut SPIEGEL soll ein Arzt 400.000 Euro an hirngeschädigtes Kind zahlen. Weil der Gynäkologe Warnzeichen übersehen hat, wurde eine Schwangere zu spät ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr Kind kam deshalb schwerstbehindert zur Welt. Jetzt urteilte ein Gericht in dem Fall. Der SPIEGEL berichtet, dass das Oberlandesgericht Hamm den niedergelassenen Arzt wegen eines Behandlungsfehlers verurteilt hat. Dem heute Neunjährigen wurde ein Schmerzensgeld von 400.000 Euro zugesprochen. Der Gynäkologe habe im Jahr 2008 trotz mehrerer Warnzeichen nicht dafür gesorgt, dass eine Schwangere schnellstmöglich in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, entschieden die Richter.

In einem anderen Fall führte eine fatale Verwechslung im Krankenhaus zum Tod einer 27-Jährigen. Ekaterina F. war wegen einer Routine-OP in einem russischen Krankenhaus und bekommt danach versehentlich eine tödliche Injektion.

Die Idee könnte aus einem Thriller stammen: In einem russischen Spital wird Ekaterina F. versehentlich Formaldehyd statt Kochsalzlösung verabreicht. Der Stoff wird zur Konservierung von Leichen verwendet und soll der Verwesungsprozess stoppen. Was Ekaterina F. in den nächsten Stunden erleidet, ist unvorstellbar. Sie wird quasi lebendig konserviert und stirbt unter Höllenqualen. Die Frau wachte bereits mit starken Schmerzen aus der Narkose auf. 14 Stunden lang leidet sie unter heftigen Kämpfen bis sie schließlich ins Koma fällt und stirbt. Ihr Ehemann und ihre Mutter begleiteten den Todeskampf und kritisieren das Krankenhauspersonal.

Die Ärzte sollen untätig gewesen sein. Es war spürbar, dass sie von dem Fehler wussten. Die Ärzte sollen diskutiert haben, wie man ihr am besten erkläre, dass sie einen Fehler gemacht hätten, anstatt zu helfen. Als alles zu spät war, soll die Chefärztin zu der Mutter gekommen sein und gesagt haben: „Ein medizinischer Fehler ist aufgetreten. Sie ist jetzt im Koma. Ihr Herz, ihre Lungen und ihre Leber haben aufgehört zu arbeiten.“ Ekaterina F wurde an eine Lungenmaschine angeschlossen und in ein anderes Krankenhaus gebracht. Dort versuchte man sie zu retten. Mehrfach wird sie wiederbelebt, am Ende vergebens. Die 27-jährige Frau stirbt.