Arktische Polarwirbel – jetzt droht ein Jahrhundertwinter

Ein besonderes Wetterphänomen in der Arktis könnte in Europa zu einem Extremwinter führen. Das sagen US-Klimaforscher. Ist die Angst vor klirrender Kälte in Deutschland berechtigt? Das sagen die Meteorologen?

Meteorologisch gesehen herrscht zwar seit dem 01. Dezember in Deutschland Winter, jedoch ist davon bisher recht wenig zu merken. Die vorherrschenden milden Temperaturen, verbunden mit wenig Schnee, stimmen derzeit wettertechnisch nicht auf Weihnachten ein. Allerdings gibt es Warnungen von US-Klimaexperten. Der sogenannte Polarwirbel über der Arktis verändert sich.

Warnung vor extremen Winter 2018/2019

Die Klimaforscher des “Atmospheric and Environmental Research” sind der Ansicht, dass sich die Luftströmungen über der Arktis verändern, heißt es in der “Washington Post”. Die Folge: der Polarwirbel soll sich im nächsten Jahr teilen. Mit gravierenden Folgen. Die dadurch entstehenden neuen Wirbel könnten dafür sorgen, dass im Januar nicht nur in den USA sondern auch in Europa eine extreme Kälte entstehen könnte.

Sorgt ein Polarwirbel für Extremkälte in Deutschland?

In den Wintermonaten bildet sich der Polarwirbel in einer Höhe von 20 bis 40 Kilometern über den Polen. Dabei bewegt sich die Luft auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn um ein Tiefdruckgebiet und sorgt bei einer Lage direkt über dem Nordpol dafür, dass Westwinde milde Luft vom Atlantik zu uns strömen lassen.

Fünf- bis sechsmal pro Jahrzehnt kommt es zu einer sogenannten “plötzlichen stratosphärischen Erwärmung” die eine Abschwächung und Südwärtsverlagerung des polaren Tiefs bewirken und zu einem Hoch über dem Nordpol führen kann. Die Westwinde schwächen sich ab oder werden durch Ostwinde ersetzt. Das erzeugt den so genannten Polarwirbelsplit.

Entwarnung durch Meteorologen: noch keine seriösen Prognosen möglich

Diese Ostwinde können dann ungehindert kalte Luft aus Russland nach Mitteleuropa schaufeln. Die Wahrscheinlichkeit für eine winterliche Periode wächst somit ca. 4 Wochen nach dem Zusammenbruch des Polarwirbels.

Für aktuelle Vorhersagen ist es nach Meinung von deutschen Meteorologen noch viel zu früh und nach Ansicht der Meteorologen noch völlig übereilt. Das es zu einer kalten Periode in unseren Breitengraden kommen wird, ist ziemlich sicher. Nur ist es vier Wochen im Voraus noch viel zu früh für eine seriöse Aussage, ob nun in Nordamerika oder Europa oder vielleicht sogar in ganz anderen Regionen eine Kaltfront kommt. Derzeit ist von einem sehr milden Januar auszugehen.