Beliebtes Urlaubsziel heißt deutsche Touristen nicht willkommen

In einem beliebten Urlaubsland, das jedes Jahr Tausende von deutschen Touristen anlockt, bahnt sich Ärger an. Die Wut wächst bei den Einwohnern der Türkei auf die Urlauber, die billige Urlaubsangebote nutzen, um in diesem Winter in Scharen zu kommen.

In diesem Winter erwartet die Türkei mehr deutsche Besucher als je zuvor. Es wird damit gerechnet, dass etwa 1 Million deutsche Urlauber in die Türkei reisen werden, um die milderen Wintertemperaturen zu genießen.

Die Durchschnittstemperatur in der Türkei liegt im Winter bei 23 Grad. Angesichts der steigenden Gaspreise ist dies sehr attraktiv für viele Deutsche, insbesondere für Rentner, die in diesem Winter Schwierigkeiten haben könnten, ihre Heizkosten zu bezahlen.

Lidl hat sich dies zunutze gemacht: In seinem aktuellen Prospekt wirbt der Discounter mit einer 22-tägigen Türkei-Pauschalreise inklusive kostenlosem Flughafentransfer und Wäscheservice für 599 Euro. Die Buchung erfolgt über den Reiseveranstalter BigXtra Touristik und ist eines von vielen ähnlichen Angeboten, die derzeit verfügbar sind.

Doch solche Billigangebote sorgen in der Türkei für Verärgerung. Dort ist die Inflation kürzlich auf 80 Prozent gestiegen, den höchsten Wert, den sie je hatte. Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten haben viele Menschen Mühe, über die Runden zu kommen, und die Sensibilität der türkischen Bevölkerung gegenüber den hohen Preisen nimmt zu.

Ein Foto des Lidl-Angebots wurde von einem türkischen Nutzer auf Twitter geteilt und löste sofort Empörung aus. Ein Türke kommentierte, dass er für diesen Urlaub über die Buchungsplattform in seinem eigenen Land mehr als das Doppelte zahlen müsste. Ein anderer drückte seine Verärgerung aus: “Mein schönes Heimatland ist zum Billigheim für Europäer geworden.”

Deniz Ugur, Chef des Schweizer Türkeireiseanbieters Bentour, sieht dagegen eine große Chance für Hoteliers und andere im Tourismus Tätige, in diesem Winter Geld zu verdienen. Solange die Gaspreise in Deutschland so hoch sind, wird die Türkei seiner Meinung nach einen Besucherrekord verzeichnen.

Lidl rechnet auf jeden Fall mit dieser Entwicklung: Sein günstiges Pauschalreiseangebot läuft noch bis Ende März. Wie Ugur erklärt, werden Menschen, die mit einer Heizungsrechnung von 1000 Euro statt 200 Euro konfrontiert sind, nach Alternativen suchen. Ironischerweise sind die Gaspreise trotz der hohen Inflation in der Türkei kaum gestiegen, da sich die türkische Regierung den westlichen Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen hat und weiterhin russisches Gas bezieht, für das sie in Rubel bezahlt.

5 Kommentare

  1. Geiz ist geil und die Türkei war schon immer als billiges Urlaubsland für Deutsche beliebt.
    Für diesen Preis den LIDL anbietet, kann man sich mehrmals Urlaub über den Winter in der Türkei leisten, so man bedenkt, was auf uns an Kosten für Strom und Gas anfallen werden.
    Wenn die Türken für einen Urlaub im eigenen Land mehr bezahlen müssen, als Deutsche, dann ist Ärger vorprogrammiert, weil das keiner versteht.
    Andererseits bringen die Urlauber Geld ins Land. Die Hoteliers verdienen und viele verdienen als Servicepersonal Geld. Auch die Händler und Basare profitieren davon.
    Der EURO hat eben einen höheren Wert als derzeit die türkische Lira. Diese hohe Inflationsquote in der Türkei haben die Bürger ihrem Herrn Erdogan zu verdanken.

    1. Welch eine falsche Denkweise:nicht die Deutschen,sondern Erdogan Bey ist schuld mit seiner völlig falschen Wirtschaftspolitik!!!!

  2. Es ist Quatsch zu schreiben, gerade Rentner sollen es machen, wegen der Gaspreise. Die laufen auch im Urlaub weiter. Abschläge fallen wegen Urlaub doch nicht aus.

  3. Ehrlich sein – Schuld liegt bei uns. Warum finanzieren wir den Krieg? Wir hatten billige Importe. Es war Mal und kommt nie wieder. Haben “Abhängigkeit” gegen teure Abhängigkeit getauscht. Gott sei Dank, ich habe die Regierung nicht gewählt – habe zwar kein Geld, aber wenigstens reines Gewissen. Mutti, komm’ bitte zurück. Man muss nicht in der Türkei überwintern – man kann auch hier bleiben und sich gut einwickeln. Der geschiedene Pfarrer mit 15 mal höheren Rente hat uns den Rat gegeben.

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