Beulenpest-Ausbruch: weitere Seuche in China

Wegen steigender Infektionszahlen befindet sich China nach wie vor in höchster Alarmbereitschaft. Nun häufen sich auch Fälle der Beulenpest, die in der Geschichte der Menschheit schon immer wieder zu tödlichen Pandemien geführt hat. Das Robert-Koch-Institut hat eine klare Einschätzung, wie gefährlich diese Krankheit für Deutschland ist.

In den vergangenen 14 Tage wurden in der Mongolei und der Inneren Mongolei mehrfach Beulenpest-Erreger bei Kranken nachgewiesen. Die Behörden der Regionen im Norden Chinas reagierten sofort mit höchster Alarmbereitschaft, um eine Verbreitung des „Schwarzen Todes“ zu verhindern. Dabei wurde vor allem der Kontakt zum dort wichtigsten Verbreitungstier untersagt: wilden Murmeltieren. Diese werden in China nämlich gejagt und gegessen. Bis Jahresende ist nun die Jagd auf Murmeltiere und deren Verzehr verboten. Sie können nämlich, genauso wie andere Nagetiere, den Pest-Erreger Yersinia pestis übertragen. In der Vergangenheit wurden meist die Flöhe von Ratten für eine Übertragung auf den Menschen verantwortlich gemacht.

In Deutschland gilt die Pest als ausgerottet. Mit dem Einzug hoher hygienischer Standards wurde die Verbreitung von Yersinia pestis immer weiter eingedämmt. Außerdem kann die Krankheit heute mit Antibiotika behandelt werden. Bei früher Diagnose und Behandlung gilt sie als heilbar. Auch in China, wo die Beulenpest immer mal wieder zutage tritt, sterben nur selten Menschen daran. Zwischen 2014 und 2019 wurden fünf Todesfälle gemeldet.

Aus dem Ausland könnte der Pest-Erreger theoretisch auch zu uns gebracht werden. Aber in den vergangenen Jahrzehnten wurden nie Fälle nach Deutschland importiert, meldet das Robert-Koch-Institut. Auch seien in Deutschland „aktuell keine Tierreservoire von Y. pestis bekannt“. Die Murmeltiere in Bayern sind demnach unbedenklich.

Der Erreger Yersinia pestis kann sowohl die Lungenpest als auch die Beulenpest verursachen. Während Letztere vor allem durch Nagetiere und deren Flöhe auf den Menschen übertragen wird, verbreitet sich die Lungenpest auch von Mensch zu Mensch. Der Pest-Erreger hat in der Menschheitsgeschichte schon mehrfach Pandemien verursacht und forderte viele Millionen Todesopfer. Besonders bekannt sind die schlimmen Auswüchse im Mittelalter, als man nicht wusste, wie die Krankheit sich verbreitet.

Mit Erkenntnissen über Hygiene verlief der letzte Pest-Ausbruch in Europa zwischen 1899 und 1947 relativ glimpflich. Im Verlauf dieser Pandemie wurden in Europa 1700 Infizierte und 457 Todesfälle erfasst. Der letzte tödliche Pest-Ausbruch ereignete sich 1945 in Süditalien. Damals erkrankten 30 Menschen. Die Hälfte von ihnen starb. In Afrika, Asien und Lateinamerika verursachen die pestis-Bakterien allerdings noch immer tausende Todesfälle pro Jahrzehnt.

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