Corona-Infektionen: Harter Lockdown auf beliebter Insel

Seit mittlerweile 2 ½ Jahren beschäftigt uns die Corona-Pandemie und doch gibt es immer wieder neue Überraschungen. So erlebt derzeit die chinesische Insel Hainan den größten lokalen Ausbruch seit dem März 2020. Dies veranlasst offenbar einige Hoteliers, aus dieser unangenehmen Situation auch noch Profit zu schlagen.

Auf der chinesischen Tropeninsel hat die Regierung in Peking weitere harte Lockdowns wegen der stark gestiegenen Fälle an Coronainfektionen verhängt. Dazu zählt auch die Hauptstadt Haikou, wie Staatsmedien am Montag vermeldeten. Dabei ist die Dauer der verhängten Maßnahmen sehr unterschiedlich. So werden einige der insgesamt acht betroffenen Bereiche nur wenige Stunden heruntergefahren, andere müssen sich auf mehrere Tage einrichten. Als erstes waren die Gäste der Stadt Sanya aufgefordert worden, ihre Unterkünfte nicht zu verlassen. Insgesamt sind in den beliebten Sommermonaten auch zehntausende Touristen betroffen, da weder Züge, Flüge oder gar der öffentliche Nahverkehr im Einsatz sind.

Im noch jungen Monat August sind seither schon über 1.400 Neuinfektionen erfasst worden. Dass bedeutet gleichzeitig den größten lokalen Ausbruch seit Beginn der Pandemie. Zuvor waren im gesamten letzten Jahr lediglich zwei Infektionen auf der Insel vermeldet worden.

Die Neuinfektionen auf der Insel kommen zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Erst in den vergangenen Tagen waren die inländischen Regelungen für Reisen zaghaft gelockert worden. Nun aber stecken allein in Sanya mindestens 25.000 Touristen in ihren Hotels fest, 50.000 weitere harren in anderen Ferienunterkünften aus. Insgesamt müssen Besucher innerhalb von sieben Tagen fünf negative Tests nachweisen, um die Insel wieder verlassen zu dürfen.

Zugleich haben die örtlichen Behörden eine Halbierung der Hotelpreise angeordnet. Wie die parteinahe Zeitung „Global Times“ berichtet, hatten sich jedoch einige Hoteliers dagegen gesträubt und einfach die Preise kurzfristig verdoppelt. Nun sollen Beamte diesen Problemen umgehend nachgehen.

Die Regierung in Peking verfolgt noch immer die selbst auferlegte, strenge Null-Covid-Strategie. So werden trotz nur weniger Infektionen Ausgangssperren mit Massentests und weiteren Restriktionen verhängt. Die Volkswirtschaft leidet allerdings zunehmend unter dieser Politik, das Wachstum hat sich inzwischen erheblich verlangsamt. Die Aktie der größten lokalen Fluggesellschaft Hainan Airlines gab deutlich nach und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Februar des vergangenen Jahres.

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