Corona-Patienten werden mit Zügen verlegt

Im Großraum Paris war es „eine äußerst schwierige Nacht“, denn die Kapazitäten in den Krankenhäusern sind schlicht am Ende. Nun werden schwer erkrankte Patienten mit speziellen medizinischen TGV-Hochgeschwindigkeitszügen in die Bretagne verlegt.

Die Lage in den Krankenhäusern im Großraum Paris spitzt sich im Angesicht der Corona-Krise immer weiter zu. Die Direktorin der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France sagte am Mittwochmorgen: „Wir hatten eine äußerst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind“. Und weiter informierte sie beim Sender Franceinfo: „In der Region Paris gibt es 1200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2700 Patienten auf der Intensivstation“. Man stoße trotz einer Verdoppelung der Kapazitäten in den letzten Wochen nun an die Grenzen des Machbaren. „Jeder gibt wirklich alles, ein Intensivbett nach dem anderen wird aufgetrieben.“ Knapp werden in den Kliniken in der französischen Hauptstadt mittlerweile auch die für Lungenkranke lebensnotwenigen Beatmungsgeräte.

Zwei Sonderzüge mit schwerkranken Covid-19- Patientinnen und –Patienten startete am Mittwoch aus dem Ballungsraum Île-de-France wie auch aus der Hauptstadt in die westfranzösische Bretagne, um diese dort in Krankenhäuser zu verlegen. 36 Patienten werden mit den speziellen medizinischen Hochgeschwindigkeitszügen vom Typ TGV in Krankenhäuser nach Brest, Rennes und Saint Brieuc verlegt. Von 38 Patienten sprach die französische Nachrichtenagentur AFP.

Zuvor waren in erster Linie Patienten aus den östlichen Risikogebieten des Landes in Kliniken mit erhöhten Kapazitäten gebracht worden. Wiederholt sind aus Frankreich auch Kranke nach Deutschland und die Schweiz verbracht worden. So wurden erst am Dienstag sechs Menschen mit einem Flugzeug nach Hamburg gebracht.

Bislang gibt es mehr als 3500 Todesfälle in Frankreich

Am Mittag meldete die amerikanische Johns-Hopkins-Universität 3500 Todesfälle und mehr als 52.800 Infektionen durch das Coronavirus für Frankreich. Gesundheitsminister Jérôme Salomon hatte am Dienstagabend in Paris bekanntgegeben, dass es innerhalb eines Tages einen drastischen Anstieg der an der Infektion verstorbenen Patienten gab. 499 neue Fälle gab es demnach in den vergangenen 24 Stunden zu verzeichnen. Das ist der Tag mit den meisten Todesfällen seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie in dem Land.

Weiter sagte Salomon, dass diese Situation im Angesicht der Coronavirus-Pandemie „in der Geschichte der französischen Medizin völlig beispiellos“ sei. Nach seinen Angaben sind gut 34 Prozent der Patienten, die in einer Intensivbehandlung in einer Klinik seien, jünger als 60 Jahre seien.

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