

Mit mehr als 22 Millionen Mitgliedern und einem jährlich erwirtschafteten Gewinn von über 77 Millionen Euro ist der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) eine wahre treibende Kraft auch außerhalb der deutschen Grenzen. Kaum ein europäischer Verbraucherverband übt so viel Macht aus und kann seinen Einfluss gegenüber der deutschen und EU-Politik besser geltend machen als der ADAC. Deshalb liegt eine große Verantwortung bei denjenigen, die den ADAC leiten. Einer dieser Verantwortlichen hat es gerade fertiggebracht, sich durch wenige Worte mit den Mitgliedern anzulegen und damit eine regelrechte Mitgliederflucht aus dem ansonsten so beliebten Verein zu verursachen.
Streitthema Benzin und Diesel
In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) kurz vor Weihnachten erklärte nämlich der ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand, dass Autofahren deutlich teurer werden müsse, damit Deutschland die Klimaziele erreicht. Besonders viel Lob hatte der ADAC-Präsident für die umstrittene CO₂-Steuer, die auf emissionserzeugende Produkte gelegt und jährlich angehoben wird. „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen“, sagte Hillebrand in der NOZ. „Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“
Mitglieder kündigen in Scharen
Die Aussage erregte eine unerwartet starke Reaktion von ADAC-Mitgliedern, die sich nicht mehr als ausreichend von dem Verband repräsentiert fühlen. Tausende haben bereits in den sozialen Medien bekannt gegeben, dass sie ihre Mitgliedschaft aufgegeben haben. Während der ADAC es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine schnellere Entwicklung des Elektroauto-Sektors zu fördern, sind die meisten Mitglieder aber immer noch auf ihre Verbrennerautos angewiesen. Viele Mitglieder weisen darauf hin, dass das Autofahren zunehmend kostspieliger wird und Haushalte hierzulande schwer belastet. Sie erwarten deshalb, dass der ADAC sich dafür einsetzen sollte, das Fahren billiger zu machen. Ausgerechnet dabei hat der ADAC im Laufe der vergangenen Jahre erheblich beigetragen, indem der Club seinen Mitgliedern Tankrabatte ermöglicht hatte. Was mit diesen Tankrabatten aufgrund der neuen Einstellung der ADAC-Geschäftsführung in Zukunft passiert, ist unbekannt.