Diabetes-Mittel reduziert die Covid-19-Sterblichkeit

Im Kampf gegen die Gefahr des Versterbens im Falle einer Covid-19-Erkrankung scheint das Antidiabetikum Metformin das Sterberisiko deutlich zu reduzieren. Voraussetzung ist, dass es vor der Krankheitsdiagnose eingenommen wurde, wie neue Studienergebnisse aus den USA nun nahelegen.

In den USA haben Wissenschaftler der University of Alabama in Birmingham die elektronischen Gesundheitsdaten von 25.326 Probanden in einer retrospektiven Analyse ausgewertet. Diese waren in der Zeit vom 25. Februar 2020 bis zum 22. Juni 2020 in einer Klinik auf das Virus getestet worden. Dabei war das Ziel der Untersuchung, die Sterblichkeit bei positiv auf Covid-19-getesteten Personen mit bestimmte Grunderkrankungen sowie zusätzliche Beschwerden durch einfache und multiple logistische Regression zu verbinden. Die Ergebnisse der Arbeit sind inzwischen in „Frontiers in Endocrinology“ veröffentlicht.

Die Autoren der Studie um Andrew B. Crouse fanden dabei unter anderem heraus, dass insbesondere Afroamerikaner und Patienten mit Adipositas, Hypertonie und auch Diabetes ein ungleich höheres Risiko für eine folgenschwere Erkrankung durch Covid-19 haben. Eine vorliegende Diabetes-Erkrankung wurde dabei mit einer signifikanten Erhöhung der Sterblichkeit in Verbindung gebracht. Denn es litten 67 Prozent der im Zusammenhang mit Covid-19 verstorbenen Personen zuvor auch an einer Diabetes-Erkrankung. Für die ansonsten sehr heterogene Population war die Stoffwechselkrankheit ein unabhängiger Risikofaktor. Auch wenn man eine Korrektur von Alter, Ethnie, Geschlecht, Fettleibigkeit und Bluthochdruck vornahm, galt diese Erkenntnis weiter.

Schutzeffekt durch Metformin

Parallel dazu fanden die Autoren auch heraus, dass es zu einer signifikanten Reduktion der Mortalität kam, wenn vor der positiven Diagnose auf Covid-19 eine Therapie mit Metformin stattgefunden hat. Um bis zu 23 Prozent geringer war dadurch die Covid-19-bedingte Sterblichkeit gegenüber Patienten, die nicht mit Metformin behandelt wurden. Ausschließen konnte man dabei ab, dass dies nur darauf zurückgeführt werden konnte, dass die Patienten mit der Diabetes-Diagnose gut auf die Erkrankung eingestellt waren. Denn dieser Effekt trat nicht bei Probanden auf, die nur mit Insulin behandelt wurden.

Aus diesen Erkenntnissen könnte man daher ableiten, dass die Einnahme von Metformin möglicherweise eine schützende Maßnahme in dieser Hochrisikopopulation darstellen kann. Bereits in früheren Beobachtungsstudien sei dieser Effekt beobachtet worden. Eine gute Nachricht ist dies zuvorderst für Diabetiker, die an dem Typ-2 erkrankt sind. Jedoch rechtfertigen die vorliegenden Daten noch nicht einen breiten Einsatz des Antidiabetikums bei bislang noch nicht damit behandelten Patienten.