Durch Corona-Krise drohen immense Mehrkosten beim Strom

Aktuell kann der Strom an der Strombörse von den Anbietern so günstig wie seit Jahren nicht mehr gekauft werden. Um 17 Prozent rutschte der Preis in den Keller. Zuletzt war der Strom für die Anbieter 2018 ähnlich günstig.

Bei den Verbrauchern ist von diesen Preissenkungen allerdings nichts zu merken. Sie steigen im Gegenteil immer weiter an, zuletzt auf einen durchschnittlichen Preis von mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde auf ein Rekordhoch. Das ist doppelt ärgerlich für die Verbraucher, da viele durch das Coronavirus im Homeoffice arbeiten und ihre Freizeit durch Ausgangsbeschränkungen ebenfalls zuhause verbringen. Als Folge verbrauchen die deutschen Haushalte auch mehr Strom.

Wegen Ausgangsbeschränkungen rund 100 Euro Mehrkosten.

Arik Meyer, Gründer von Switchup, eines Tarifanpassers für Strom, sagt dazu: „Aufgrund des höheren Stromverbrauchs durch Corona-Quarantänemaßnahmen werden die jährlichen Mehrkosten schnell 100 Euro überschreiten“. Doch damit ist es noch nicht getan, denn viele Anbieter erhöhten in den letzten Wochen gar die Verbraucherpreise. Meyer weiter: „Trotz der jetzigen Senkungen halten Stromanbieter an den Preiserhöhungen weiter fest. Und das obwohl zahlreiche Preiserhöhungen erst noch zum 1. Mai erfolgen und Anbieter somit die gefallenen Stromkosten noch berücksichtigen könnten“.

Anbieter geben Preiserhöhungen weiter – Preissenkungen nicht

Heftige Kritik kommt daher auch von den Verbraucherschützern. Steigen die Einkaufspreise oder die EEG-Umlage, werden diese schnell an die Verbraucher weitergegeben. Preissenkungen hingegen werden nicht weitergegeben.

Verbraucher können sich aber selbst helfen und langfristig Geld sparen. Ein Recht zum Kündigen besteht auch bei langfristigen Verträgen, wenn der Strompreis steigt. Daher sollten nach Ansicht der Verbraucherschützer sollten Kunden Angebote der Stromanbieter prüfen. „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher hatten das vielleicht ohnehin einmal vor, jetzt könnten sie die Zeit dafür nutzen, die sie durch die aktuellen Einschränkungen zu Hause verbringen müssen“, sagte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW.

Vollautomatisch 400 Euro sparen

„Um wirklich sicherzugehen, dass einem nicht zu viel berechnet wird, muss man seinen Strom- und Gastarif jährlich überprüfen“, sagt Meyer. Nicht nur schwankende Strompreis sind dafür verantwortlich, sondern auch an speziellen und zeitlich befristeten Angeboten, mit denen Anbieter um Kunden werben. „Nach dem günstigen ersten Vertragsjahr wird es meist ganz schnell wieder teurer“, erklärt Meyer.

Wechsel sind einfach und effektiv über Vergleichsportale abzuwickeln. Sollten Kunden sich nicht selbst darum kümmern wollen, helfen sogenannte Tarifanpasser. Im vergangenen Jahr stufte die Stiftung Warentest vier Vertreter als „sehr empfehlenswert“ ein. Dies sind Esave, SwitchUp.de, Wechselpilot und Wechselstrom. Hier sind durchaus Einsparungen von bis zu 400 Euro im Jahr möglich, so die Tester.

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