Explosion in Ingolstadt: 1800 Menschen evakuiert

Schock in Ingolstad: Früh morgens knallte es plötzlich. Danach spielten sich Szenen wie aus einem Steven Spielberg-Film ab. Das Landratsamt Pfaffenhofen löst Katastrophenalarm aus. Grund: Bei der Raffinerie Bayernoil gab es eine Explosion, der folgte ein Großbrand.

Vohburg an der Donau, wenige Kilometer östlich von Ingolstadt: Auf dem Gelände der Raffinerie hat sich am heutigen Morgen eine Explosion zugetragen. Es folgte ein Großbrand. Wie die Polizei mitteilte, haben die Umstände das Landratsamt Pfaffenhofen an der Ilm dazu bewogen, Katastrophenalarm auszulösen. Dies sei eine Entscheidung der Einsatzleitung gewesen, damit die Kräfte optimal zusammenarbeiten können, sagte Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord.

Anwohner filmten und fotografierten das Geschehen vor Ort:

In Folge der Ereignisse mussten drei Menschen mit „mittelschweren bis schweren Verletzungen“ ins Krankenhaus gebracht werden. Fünf weitere wurden leicht verletzt. Sie sollen alle Mitarbeier des Bayernoil-Betriebs sein. Das teilte die Polizei in Oberbayern mit. Außerdem wurden 1800 Menschen aus der Gefahrenzone mit erhöhter Rauchentwicklung im näheren Umkreis der Raffinerie evakuiert. Sie wurden zunächst in einer Turnhalle untergebracht. Alle Anwohner im Umkreis von 20 Kilometern wurden durch die Polizei dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, damit kein Rauch in die Wohnhäuser dringt. Nach rund drei Stunden löste sich die Rauchwolke teilweise auf – und die Menschen konnten zurück in ihre Wohnungen, so Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord.

Zahlreiche Feuerwehr-Einheiten, der Rettungsdienst und das Technische Hilfswerk waren mit etwa 400 Kräften im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten nach Polizeiangaben an. Die Straßen rund um das Einsatzgebiet im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen wurden weiträumig abgesperrt. Wie es zur Explosion und dem Feuer kam, konnte nach Polizeiangaben noch nicht geklärt werden. „Die Feuerbekämpfung läuft auf vollen Touren“, sagte Kammerer. „Die Lage hat sich nur insofern entspannt, dass die Evakuierung der Anwohner nicht mehr nötig ist.“ Weiter erklärt er, es gäbe mehrere Brandstellen auf dem Gelände, die Flammen waren nicht unter Kontrolle.

Die Firma Bayernoil betreibt laut Website seit 1967 in Vohburg eine Erdölraffinerie auf einem 127 Hektar großen Gelände. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe meldete am Samstag-Morgen um 5:30 „Durch eine betriebliche Störung ist bei der BAYERNOIL Vohburg ein Produkt freigesetzt worden. Es besteht Explosionsgefahr und es kommt zu Rauchentwicklungen.“