Finanzbehörde führt Bargeld-Beschränkungen ein

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat neue Bargeld-Richtlinien aufgesetzt. Sie gelten ab heute. Wer seine Geldgeschäfte mit Scheinen und Münzen erledigt, muss ab jetzt Nachweise erbringen.

Die BaFin fordert ab heute von Kreditinstituten, dass Privatkunden bei Bargeldeinzahlungen zu einem Herkunftsnachweis des Geldes verpflichtet werden müssen. Diese Regelung greift, sobald es sich um mehr als 10.000 Euro handelt. Für sogenannte Gelegenheitskunden gilt die Nachweispflicht sogar schon ab 2500 Euro. Für Geschäftskunden gilt sie nicht. Das berichtet der Sparkassen- und Giroverband in Deutschland.

Ziel der Neuregelung ist es, das Geldwäsche-Geschäft zu erschweren. Wenn Privatkunden keinen gültigen Nachweis über die Herkunft des Bargeldes machen können, dürfen Banken die Einzahlung verweigern. Nehmen sie die Anzahlung trotzdem an, gelten die Meldeverpflichtungen nach Geldwäschegesetz. Das heißt, die Bank ist verpflichtet, den ungeklärten Zahlungsvorgang der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) zu melden.

Die Kunden der Banken und Sparkassen können folgende Nachweise erbringen, um die Herkunft des Bargeldes zu klären:

• Kassenbelege oder Kaufverträge
• Quittungen über Sortengeschäfte
• aktuelle Kontoauszüge, die die Herkunft des Bargeldes aufzeigen
• Nachweise einer Sparbuch-Transaktion, aus dem die Barauszahlung hervorgeht
• eine Schenkungsvereinbarung, ein Testament, Erbschein oder ähnliche Erbnachweise

Die Idee zu der neuen Regel stammt aus Kreisen der Europäischen Union. EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness hatte vor einigen Wochen gefordert, Bargeldeinzahlungen auf 10.000 Euro zu begrenzen. Die Bundesregierung nahm den Vorschlag zunächst zurückhaltend auf, wohlwissend, dass ein Großteil der Bevölkerung Bargeld schätzt und schützen möchte. Es hieß, man wolle zunächst prüfen, ob eine Obergrenze der Einzahlungen tatsächlich gegen Geldwäsche helfe. Dazu wolle man empirische Daten auswerten. Zunächst seien keine Maßnahmen geplant. Auch die Bundesbank sprach sich zunächst gegen McGuinness‘ Vorschlag aus.

Die BaFin jedoch reagierte sofort und veröffentlichte ein 22-seitiges Dokument mit Auslegungs- und Anwendungshinweisen zum Geldwäschegesetz. Darin heißt es unter anderem: „Bei Bartransaktionen, die von Kreditinstituten innerhalb einer Geschäftsbeziehung (z.B. Bareinzahlung auf ein Kundenkonto) durchgeführt werden, und die einen Betrag von 10.000,- Euro überschreiten, ist grundsätzlich die Herkunft der Vermögenswerte durch aussagekräftige Belege nachzuweisen.“

Weiter sieht die BaFin „ein erhöhtes Risiko“ bei sogenannten Gelegenheitskunden. Das sind Kunden, die kein festes Bankkonto bei dem Kreditinstitut besitzen, sondern spontan in der Filiale auftauchen, um Bargeld auf ein fremdes Konto zu überweisen. Bei ihnen gilt die Anweisung zum Herkunftsnachweis bereits bei Einzahlungen ab 2500 Euro.

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22 Kommentare

  1. Beim Wirecard Skandal hätte dieses Gesetz bestimmt viel geholfen. Ironie aus.
    Es ist wie immer, die kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen.

    1. Na klar doch! Bei Wirecard war ja auch so richtig viel Bargeld in Bewegung. Nämlich praktisch so gut wie gar keines. 😂
      Wissen Sie, was Buchgeld ist? Das im Umlauf befindliche Bargeld ist nur ein Furz im Wind beim Vergleich mit der Geldmenge, die in den Büchern der Banken bewegt werden, heutzutage eher in der EDV. Und damit bei den Banken und Börsen alles mit „rechten Dingen“ zugeht, zumindest in der Bundesrepublik Deutschland, hat der Bund die BaFin gegründet, in Volltext die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. 🤭Wohlgemerkt, keine Agentur, und auch kein Amt, sondern eine „Anstalt“, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2002 schon während der Finanz- und Euro-Schuldenkrise sowie jüngst auch im Fall der Wirecard AG sehr bewährt hatte. 😜
      Seit 1. August diesen Jahres ist ein gewisser Dr. Mark Branson Präsident der BaFin, der möglicherweise ein ferner Verwandter von Dr. Sir Richard Charles Nicholas Branson sein könnte, einem der reichsten Unternehmer der Welt. Ob verwandt oder nicht, in der Branche ist man so oder so unter sich. 🍌
      Im Fall Wirecard ist es aber genau umgekehrt zu Ihrer Behauptung: Je „kleiner“ die Mitarbeiter der Wirecard AG waren, desto schneller hat man sie laufen lassen. 😉
      Hingegen befindet sich der letzte reguläre Geschäftsführer der Wirecard AG seit dem 22.07.2020 in Untersuchungshaft, während sein höchster Adjutant sich auch nicht wirklich frei bewegen kann und vermutlich nun als geheimer IT-Schnüffelhund im Dienste von niemand geringerem als Dr. W. W. Putin steht. 🤨
      Vielleicht ist Dr. J. M. ja sogar die Ursache, weshalb hin und wieder bei irgendeiner der hiesigen Behörden die EDV gehackt und lahm gelegt wird. 😂🤣

    2. Na klar doch! Bei Wirecard war ja auch so richtig viel Bargeld in Bewegung. Nämlich praktisch so gut wie gar keines. 😂
      Wissen Sie, was Buchgeld ist? Das im Umlauf befindliche Bargeld ist nur ein Furz im Wind beim Vergleich mit der Geldmengen, die in den Büchern der Banken bewegt werden, heutzutage eher in der EDV. Und damit bei den Banken und Börsen alles mit „rechten Dingen“ zugeht, zumindest in der Bundesrepublik Deutschland, hat der Bund die BaFin gegründet, in Volltext die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. 🤭Wohlgemerkt, keine Agentur, und auch kein Amt, sondern eine „Anstalt“, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2002 schon während der Finanz- und Euro-Schuldenkrise sowie jüngst auch im Fall der Wirecard AG sehr bewährt hatte. 😜
      Seit 1. August diesen Jahres ist ein gewisser Dr. Mark Branson Präsident der BaFin, der möglicherweise ein ferner Verwandter von Dr. Sir Richard Charles Nicholas Branson sein könnte, einem der reichsten Unternehmer der Welt. Ob verwandt oder nicht, in der Branche ist man so oder so unter sich. 🍌
      Im Fall Wirecard ist es aber genau umgekehrt zu Ihrer Behauptung: Je „kleiner“ die Mitarbeiter der Wirecard AG waren, desto schneller hat man sie laufen lassen. 😉
      Hingegen befindet sich der letzte reguläre Geschäftsführer der Wirecard AG seit dem 22.07.2020 in Untersuchungshaft, während sein höchster Adjutant sich auch nicht wirklich frei bewegen kann und vermutlich nun als geheimer IT-Schnüffelhund im Dienste von niemand geringerem als Dr. W. W. Putin steht. 🤨
      Vielleicht ist Dr. J. M. ja sogar die Ursache, weshalb hin und wieder bei irgendeiner der hiesigen Behörden die EDV gehackt und lahm gelegt wird. 😂🤣

  2. für Geschäftskunden gelten demnach die Regelungen nicht – ich lach mich schlapp – wie naiv sind denn die Erfinder dieser Regelungen. Es sollte wohl bekannt sein, dass hauptsächlich Geldwäsche z.B. bei Autohändlern (den sogenannten Fähnchenverkäufern) etc. vonstatten geht.
    Der normale Bürger hat eh nicht so viel Geld übrig, um es auf sein Konto einzuzahlen – dafür wird er sowieso schon zu sehr durch überhöhte Miete, Mindestlohn etc. abgezockt.
    Einfach nur lächerlich.

    1. Aber Dr. May, ich bitte Sie!
      Sie stellen mit Ihrem Kommentar die Reputation der BaFin und damit einer Behörde des Bundes in Frage, die ihre höchste Kompetenz nicht erst im Fall der Wirecard AG bewiesen hatte! 🍌

  3. Dann sollten Sie mal heraus finden wieviel Bargeld Herr Kohl usw. bekommen hat – OH sorry geht ja nicht mehr – ABER die Politiker heute lassen sich ja auch nicht den Koffer mit Bargeld geben oder Herr Schäuble? Aber das Konto von Herr Lauterbach sollte schon der Staatsanwalt jeden Monat überprüfen, denn jetzt wird er wohl bald Geld bekommen von den Firmen, die PCR Test verkaufen.

  4. “ Für Geschäftskunden gilt sie nicht.“ Ich lach mich tot – dabei sollte mittlerweile jeder wissen, dass hauptsächlich bei Autohändlern (den sogenannten Fähnchenverkäufern) etc. Geldwäsche praktiziert wird.
    Aber das wissen die Herren, die sich das mal wieder ausgedacht haben scheinbar nicht, weil sie wie so viele andere, die in Deutschland das sagen haben, hinterm Mond leben.
    Zudem gibt es nicht viele normale Bundesbürger, die so viel Geld einzahlen können, weil sie nämlich wegen horrenden Mietpreisen oder Mindestlohn am Ende des Monats gar kein Geld mehr übrig haben.
    Zudem, wenn ich Geld waschen will kaufe ich mir für Bargeld einfach ein Auto – verkaufe es wieder und habe somit einen Nachweis für die Einzahlung…………….lach

    1. Aber Dr. May, ich bitte Sie!
      Sie stellen mit Ihrem Kommentar die Reputation der BaFin und damit einer Behörde des Bundes in Frage, die ihre höchste Kompetenz nicht erst im Fall der Wirecard AG bewiesen hatte! 🍌

  5. Es wird die Zeit kommen, und vielleicht werden das viele von uns noch erleben, ab der Geld keine Rolle mehr spielen wird. 🤨

  6. Wenn ich jetzt mdl einen Kaufvertrag abschließe und mein Auto für 10001 EUR verkaufe, hätte ich keinen Beleg, bestenfalls könnte ich die Kfz-Steuerabrechnung nachreichen…

    Hätte ich einen Waschsalon mit Geschäftskonto wäre es aber egal woher das Geld kommt und könnte es einzahlen.
    Wenn ich richtig informiert bin funktioniert Geldwäsche über angemeldetes Gewerbe.

  7. Vielleicht wird aber doch mehr Falschgeld in Umlauf gebracht, als die zuständigen Banken oder Behörden zugeben möchten. Von wegen „nur Bares ist Wahres“. Oder können Sie mit absoluter Sicherheit beurteilen, ob die Münzen oder Noten in Ihrem Portemonnaie echt sind?
    Alles Menschengemachte lässt sich reproduzieren. Einfach alles.

  8. Ich hebe jetzt einfach jeden Monat von meinem Girokonto 9.999 Euro ab und kaufe mir sofort was für 9.999 Euro. Wo ist das Problem ?

    1. Wieso nur für 9.999,99 Euro?
      Sie gehen einfach mehrmals zur Bank. Und sobald Sie den notwendigen Geldbetrag zusammen haben, begeben Sie sich zu Ihrem Dealer und beschaffen sich den benötigten Stoff. 😜

  9. Sie wissen schon, dass bei allem, was Geld oder Währung betrifft, der normale Bürger einfach gnadenlos ver-A-Wort-t wird? 🤨

  10. Weg mit der EU-Diktatur! Als Rentnerin brauch ich so einen Quatsch nicht, zumal dieser Verbrecherstaat mir zweieinhalb Monatsrenten pro Jahr über die Versteuerung meiner kleinen 700.-Euro – Rente seit dem Jahr 2005 stiehlt. Der Grund ist, daß mein Mann eine kleine steuerpflichtige Pension als ehemaliger Berufssoldat bekommt. Wir liegen weit unter 3600.-Euro, wonach im Falle beider Rentner, wenn sie gemeinsam über 3600.- Euro liegen, auch vom Staat über die Versteuerung abgezockt werden.

    1. Die EU hat überhaupt keinen Einfluss auf Ihre Rente.
      Zusammen mit Ihrem Gatten haben Sie bei bei einem gemeinsamen Einkommen von 3.600 Euro brutto aber sicher immer noch mehr als zweitausend Euro netto monatlich zur Verfügung. Denn Sie werden kaum anders besteuert als ein Arbeitnehmerehepaar mit vergleichbarem Einkommen. Viele Rentnerpaare haben kaum mehr als eintausend Euro monatlich zur Verfügung. Und Sie beschweren sich auch noch? Schämen Sie sich! 🤨

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