Frankfurt: Radfahrerin stirbt nach Unfall mit Straßenbahn

Am Dienstag-Abend wurde eine 28-jährige Radfahrerin von einer Straßenbahn in Frankfurt auf tragische Weise überrollt und mitgeschleift.

Der Unfall ereignete sich im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen an der Station „Louisa Bahnhof“. Die Polizei geht davon aus, dass die junge Frau die Schienen überqueren wollte, als es zu dem dramatischen Unfall kam. Die Frau war aus noch unbekannten Gründen unter die Bahn geraten und sei dann von dem schweren Fahrzeug mitgeschleift worden bis sie schließlich zwischen den Gleisen und der Bordsteinkante eingeklemmt wurde. Ein Unfallsachverständiger wurde damit beauftragt, die genauen Umstände aufzuklären.

Straßenbahnunfälle sind keine Seltenheit und die Todesrate erschreckend hoch. Nach einer Unfallstudie vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) wurde die Straßenbahn im Verhältnis zu den zurückgelegten Schienenkilometern als unsicheres Verkehrsmittel eingestuft. Das hat mehrere Gründe: Zum einen sind Straßenbahnen immer dort unterwegs, wo viele Menschen sich auf verschiedenste Art hin und her bewegen. Zum anderen gleiten die in der Regel elektrisch betrieben Bahnen nahezu geräuschlos über ihre Schienen und werden immer wieder in ihrer Geschwindigkeit unterschätzt. Besonders gefährdet sind Fußgänger, die sich mit wenig oder mangelnder Erfahrung entlang der Schienen bewegen und dazu neigen dem Straßentreiben weniger Aufmerksamkeit zu widmen als andere Verkehrsteilnehmer. Dabei enden ungefähr 25 Prozent der Straßenbahnunfälle mit Fußgängern tödlich. Die Sterblichkeit von betroffene Radfahrern liegt knapp dahinter. Wegen des schweren Gewichts von Straßenbahnen und dem Bremsverhalten sind Zusammenstöße mit den Schienenfahrzeugen deutlich heftiger als mit Autos oder Bussen.

Der Karlsruher Präventionsexperte Jürgen Ell macht sich besonders Sorge um die sogenannten „Smobies“ (Smartphone-Zombies): „Das nimmt immer chaotischere Zustände an.“ Besonders die Kombination aus Kopfhörern und Smartphone sei fatal. Die Handy-Menschen die zugleich vom Dröhnen aus ihren Kopfhörern und von Textnachrichten abgelenkt werden, seien „total weg“. Statistische belegt ist deren erhöhte Unfallgefahr jedoch noch nicht. Experten haben dafür eine belustigende Erklärung: „Smobies“, die mit ihrem Kopf weit im Sog der digitalen Welt verschwunden sind, bewegen sich meist sehr langsam. Das gibt anderen Verkehrsteilnehmern oft die Chance, das Unglück vorauszusehen und zu verhindern. Meiste bemerken die „Geretteten“ nicht einmal etwas von ihrem Glück.