Fußballlegende Rudi Assauer mit 74 Jahren an Alzheimer gestorben

Er war eine Kult-Figur des deutschen Fußballs, wurde als Dauer-Manager des FC Schalke 04 zum Architekt des Erfolgs. Seine Alzheimer-Erkrankung machte er 2012 öffentlich und zog sich ins Private zurück. Nun ist Rudi Assauer im Alter von 74 Jahren gestorben.

Der gesamte deutsche Fußball trauert um den legendären Schalke-Manager Rudi Assauer. Im Alter von 74 Jahren starb der ehemalige Bundesliga-Profi und Schalker Kult-Manager an den Folgen seiner jahrelangen Alzheimer-Erkrankung. Diese Krankheit hatte ihm in der Vergangenheit immer mehr zu schaffen gemacht und er lebte sehr zurückgezogen. Seine Tochter Bettina Michel pflegte ihn bis zum Schluss im gemeinsamen Reihenhaus in Herten. Dort ist er am Mittwochnachmittag in den Armen seiner Tochter eingeschlafen. Seine Zwillingsschwester war ebenfalls anwesend.

Der Aufsichtsratschef des FC Schalke 04, Clemens Tönnies, reagierte bestürzt auf die Nachricht. „Wir sind tief betroffen und traurig. Umso mehr trifft uns die Nachricht von seinem Tod ausgerechnet am Pokalspieltag“, sagte Tönnies vor dem Schalker Pokal-Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf: „Wir wussten alle um seinen Gesundheitszustand. Rudi ist der Architekt des modernen Schalke. Er hat unendlich viel für Schalke getan und wir werden sein Andenken immer in Ehren halten.“

„Ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich“

Assauer war ein Kind der Fußball-Bundesliga und spielte zwischen 1964 und 1976 für Borussia Dortmund und Werder Bremen in insgesamt 307 Spielen. Mit 32 Jahren übernahm er als jüngster Bundesliga-Manager die Geschicke bei Werder Bremen. Nach 5 Jahren wechselte er 1981 in gleicher Funktion zum FC Schalke 04, wo er bis zum 04. Dezember 1986 agierte.

„Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich“, das war einer der bekanntesten Sätze Assauers. Insgesamt führte er den Revierklub 18 Jahre als Manager, allerdings stellte sich der Erfolg erst in seiner zweiten Amtszeit ein. Vier Jahre blieb er dem Fußball fern, bevor er als Manager zum damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg in die Branche zurückkehrte. Am 01. April 1993 kehrte er auf Schalke zurück und legte die Basis für die künftigen Erfolge. Zu diesem Zeitpunkt lag Schalke finanziell am Boden und ein Lizenzentzug drohte. In den Folgejahren gelang es Assauer und den Vorstandskollegen, das Vertrauen der Banken und Sponsoren zurückzugewinnen.

1997 holt Schalke den UEFA-Cup

In dieser zweiten Amtszeit holte Assauer mit Schalke 1997 den UEFA-Cup und in den Jahren 2001 und 2002 den DFB-Pokal. Auch das neue Stadion fiel in seine Ära. Eine Berufung auf das Präsidentenamt lehnte er ab und kam am 17. Mai 2006 seiner Abberufung durch den Aufsichtrat zuvor und trat als Manager zurück.

Erste Anzeichen für seine Alzheimer-Erkrankung ignorierte und vertuschte er anfänglich. „Man will es nicht wahrhaben. Wenn es eine Sache in der Welt gibt, vor der ich immer Angst habe, so richtig Schiss auf gut Deutsch, dann Alzheimer“, gestand er später: „Bloß nicht die Birne.“ Erst 2012 ging er mit der Diagnose an die Öffentlichkeit, unter anderem mit seiner Biografie „Wie ausgewechselt – verblassende Erinnerungen an mein Leben“ und in einer TV-Dokumentation. Von 2000 bis 2009 war er mit der Schauspielerin Simone Thomalla liiert. Über sie frotzelte er einst liebevoll: „Vom Fußball hat sie keine Ahnung, aber sonst ist die Alte schwer in Ordnung.“

Als „ein Urgestein und eine Identifikationsfigur“ würdigte DFL-Präsident Raubach Assauer. Über viele Jahre sei er „eines der prominentesten Gesichter des deutschen Fußballs“ gewesen. Und weiter sagte er: „Einen Mann wie Rudi Assauer wird man im deutschen Fußball nicht vergessen.“