Giftspinne auf dem Vormarsch: Biss dringt durch Menschenhaut

Die giftige Ammen-Dornfingerspinne kommt eigentlich aus Südeuropa. Doch dank Klimaerwärmung fühlt sie sich nun auch in Deutschland pudelwohl.

Der Ammen-Dornfinger gehört zu den wenigen Spinnen in Deutschland, deren Giftklauen die menschliche Haut durchdringen können. Seit den 1950er Jahren diese Spinnenart in Deutschland zu finden. Bisher war ihre Population hierzulande jedoch nur rar gesät. Mit steigender Jahresdurchschnittstemperatur verbreitet sich der Ammen-Dornfinger jedoch immer weiter in der Bundesrepublik.

Die gute Nachricht: Der Biss der Ammen-Dornfingerspinne und ihr Gift sind zwar für den Menschen sehr unangenehm, gefährlich ist der Biss jedoch nur in seltenen Fällen. Berichten zufolge ist die Wirkung ihres Bisses mit einem Wespenstich vergleichbar und die betroffene Stelle schwillt an und schmerzt. In seltenen Fällen können heftige Reaktionen wie Schüttelfrost, Fieber und Erbrechen hinzukommen. Diese Wirkung klingt normalerweise binnen 30 Stunden wieder ab. Vorsicht ist jedoch geboten für Allergiker, Kinder und gesundheitlich angeschlagene Personen. Wie bei einem Wespen- oder Bienenstich kann der Biss bei diesen Personengruppen eine besonders heftige Reaktion auslösen, bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Wo trifft man die Ammen-Dornfingerspinne an?

Die einjährige Spinne lebt im hohen Gras, innerhalb extensiv genutzter Agrarflächen und an begrünten Wegrändern in naturnahen Gebieten. Sie ist nachtaktiv und sehr scheu. Ein unangenehmes Zusammentreffen zwischen Menschen Ammen-Dornfinger kann sich eigentlich nur ereignen, wenn man in ihr Revier eindringt und sie bedroht, also in den Sommermonaten durchs hohe Gras streift. Aggressiv sind nur die Weibchen bei der Nestverteidigung. Die Ammen-Dornfingerspinne baut sich eine hühnereisgroßes Brutgespinst, legt dort ihre Eier ab und bewacht den Nachwuchs bis dieser im November das Nest verlässt. Danach stirbt das Muttertier an Unterernährung. Wenn Menschen in den Monaten der Aufzucht das Gespinst versehentlich oder absichtlich zerstören, geht die sonst scheue Spinne in die Konfrontation und beißt zu. Ihre Kieferklauen sind groß und stark genug, um die menschliche Haut zur durchdringen und Gift einzuspritzen.

Was tun nach einem Biss?

Wie bei allen Unfällen oder unangenehmen Begegnungen mit Tieren gilt es zunächst Ruhe zu bewahren. Lassen Sie die Bissstelle in Ruhe und vermeiden Sie es daran zu kratzen, weil die Wunde sich dann entzünden kann. Experten empfehlen außerdem die Spinne einzufangen – wenn möglich – und sie dem Arzt vorzulegen. Im Fall einer heftigen Reaktion kann der Mediziner das Tier identifizieren lassen und sicher einschätzen, was die richtige Behandlung ist.

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