Gigantischer Ausverkauf bei Lufthansa: Flüge ab 49 €

Lufthansa schlägt zurück. Die deutsche Airline geht in den knallharten Preiskampf unter den Inlandsflügen. Für 49 Euro geht es nach Berlin, für 59 nach Hamburg oder München.

Lufthansa verschleudert bis zum Jahresende Inlandsflüge zum Billigpreis. Der Reisezeitraum ist unbegrenzt. Um die billigen Preise zu erhaschen, muss die Buchung jedoch bis Ende Dezember stattfinden. Einziger Haken: Wer das Billigangebot nutzen will, fliegt mit dem sogenannten „Light Tarif“ ohne Handgepäck.

Nur online
Die Billigtickets von Lufthansa können nur direkt über die Website gebucht werden. Reisebüros haben keinen Zugriff zu den besonders günstigen Tarifen „Economy Light“ oder den ab Januar verfügbaren „Saver“ für die Businessclass. Für Unternehmer und Mittelständer, die ihre Tickets meist über Agenturen buchen, ist das eine wenig erfreuliche Nachricht. Privatkunden können dagegen viel Geld sparen, wenn sie rechtzeitig von den Sonderangeboten erfahren.

Lufthansa auf Versöhnungskurs?
Geht Lufthansa damit auf Versöhnungskurs mit den Privatkunden? Vor wenigen Wochen hatte die Airline erst angekündigt, den billigsten Tarif um 6 € zu erhöhen. Als Grund nannte das Unternehmen, die hohen Treibstoffpreise. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte: „Wir müssen die gestiegenen Kosten in den Ticketpreisen abbilden“. Bei einer Konferenz des Weltluftfahrtverbands IATA in Madrid führte Spohr aus, dass sich der Ölpreis in jüngster Zeit von etwa 30 auf rund 80 US-Dollar pro Fass erhöht und damit mehr als verdoppelt hätte.

Marktmacht
Trotz der Umstände hat sich Lufthansa auf dem deutschen Markt stabil platziert. Die Airline-Gruppe mit den Marken Lufthansa, Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels kommt laut Handelsblatt inzwischen auf einen Marktenteil von 48 Prozent – Tendenz steigend. Damit habe sich der Konzern den deutschen Luftraum zum Herrschaftsgebiet auserkoren, so die Experten. Die Mitbewerber können oder wollen nicht mithalten.

Kampf um die Slots
Alles dreht sich dabei um die Flugslots. Diese zu halten, ist im Luftfahrtrecht gar nicht so einfach. Wer seinen Slot nicht zu 80 Prozent nutzt, verliert ihn. Lufthansa tut alles, um keine Slots zu verlieren. Dafür setzt die Airline kürzere Flugzeiten als ihre Mitbewerber an und lässt so möglichst viele Flieger abheben, ohne zeitliche Puffer, ohne Verzögerung zwischen Start und Landung. Dazu befliegt die Lufthansa-Group Nebenstrecken mit kleinen Propellermaschinen und lässt diese notfalls mit leeren Sitzplätzen abheben. Flugausfälle werden durch den nächsten Flieger ausgeglichen, der im Idealfall sowieso nur kurze Zeit später abhebt.