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IKEA kündigt massive Einschnitte beim Rückgaberecht und beeindruckende Zukunftspläne an

Bisher konnte man IKEA-Ware getrost zuhause aufbauen, ausprobieren und binnen 12 Monaten wieder zurückgeben. Das ist jetzt vorbei. Der schwedische Möbeldiscounter beschneidet sein Service-Angebot erheblich. AB September nimmt der IKEA nur noch Waren zurück, die neu und unbenutzt sind.

Als Grund nennt IKEA-Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev den Nachhaltigkeitsgedanken als auch die Vorbeugung von Missbrauch: „Wir hören aus den Häusern, dass Jahr für Jahr kurz vor dem Ablauf der Umtauschfrist immer die gleichen Leute auftauchen und ihr Geld zurückverlangen“.

In den vergangenen drei Jahren sind rund 300 Millionen Besucher durch die Türen von IKEA ein und ausgegangen. Trotzdem ist der IKEA-Deutschland-Chef nicht zufrieden. Im Interview mit „die Welt“ erklärte er, dass ihm das IKEA-Konzept mit dezentralen Standorten missfällt. Die Zahlen stimmen ihn kritisch, denn die Kunden änderten ihr Einkaufsverhalten. Gerade in den großen Städten seien die Zahlen „schon seit Jahren rückläufig“

Der IKEA-Deutschland-Chef sieht die Zukunft im Online-Handel. Die Bestellungen über das Internet nehmen zu. „Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird“, Darauf möchte Balslev reagieren. „Also verändern wir unseren Fokus und investieren massiv in den Ausbau des Internethandels. Denn das ist die Zukunft, da haben wir keinen Zweifel.“

Derzeit erzielt IKEA nur sechs Prozent seines Umsatzes über Online-Bestellungen. Balslev rechnet jedoch damit, dass die Zahlen bald auf 25 – 30 Prozent steigen könnten. Deswegen wird die Homepage optimiert, vor allem will IKEA die reibungslose Bedienung mit dem Smartphone ermöglichen. Einen großen Beitrag zur neuen Online Offensive soll auch das Bilder-Social Networt Instagram leisten. IKEA plant dort Wohnbeispiele zu zeigen, die dann mit einem Klick bestellt werden können.

Im Rahmen eines Pilotprojekts investiert IKEA außerdem in einen “Augmented Reality“-Service: Nutzer sollen damit ihre Wohnung einscannen und IKEA-Möbel virtuell gleich dort einbauen können. So könne der Käufer die neuen Möbelstücke bei sich zuhause „ausprobieren“, ohne sie gleich bestellen und aufbauen zu müssen. Gleichzeitig könnten die Einrichtungsgegenstände direkt mit der App bestellt werden.

Die Bereitstellung einer besseren Infrastruktur ist das nächste Mammutprojekt des Möbelhauses: Derzeit bietet IKEA Lieferzeiten von 5-6 Tagen an. Laut Balslev könne man das “einem Online-Kunden heute aber nicht mehr vermitteln.“ In den großen Städten wie Berlin, Köln, München und Hamburg oder auch in Ballungsgebieten erwartet der Geschäftsführer zukünftig Lieferzeiten von 3 Stunden. „Spätestens aber am nächsten Tag“ sagt Balslev. Um das zu ermöglichen investiert IKEA 400 Millionen Euro in bundesweite Verteilzentren.