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Kindermörder Dutroux schreibt Brief an Opfer

Der weltbekannte Kinderschänder und Serienmörder Marc Dutroux möchte vorzeitig entlassen werden. Darum schreibt er den Opfern jetzt Briefe.

Marc Dutroux ging „Monster von Belgien“ in die Geschichte ein und wurde 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er in den 90ern mehrere Kinder und Jugendliche entführt, im Keller eingesperrt, brutal misshandelt und schließlich ermordet hatte.

Der Mann, der die Welt geschockt und Belgien traumatisiert hat, will nun vorzeitig entlassen werden. In Abstimmung mit seinem Anwalt Bruno Dayez schreibt er deshalb einen Brief an seine Opfer. Die Zeilen als „Schritt der Öffnung“ sollen an die Eltern der ermordeten Mädchen und an zwei Frauen gehen, die selbst gefangen waren, aber lebendig entkommen konnten. Laut Bild-Zeitung sei die Idee des Anwalts: Bevor ein Antrag auf vorzeitige Haftentlassung von Dutroux gestellt würde, wolle man prüfen, wie viel Widerstand zu erwarten wäre. Die Zeitung „Sudpresse“ zitiert den Anwalt: „Es ist ein friedlicher Schritt. Statt miteinander umzugehen wie Hund und Katz, öffnen wir die Tür. Niemand hat etwas zu verlieren“.

Vor 22 Jahren hatte der damalige Elektriker Marc Dutroux 6 Mädchen und Teenager entführt. Zwei Mädchen (8,9) hatte er wochenlang im Keller eingesperrt, sexuell missbraucht und die Taten gefilmt. Zwei weitere Teenager (17,19) sperrte er im ersten Stock des Hauses ein. Als der Mann 1995 wegen Autodiebstahls drei Monate in Haft musste, sollte seine Frau sich um die Opfer kümmern. Sie ließ die beiden Mädchen im Keller verhungern. Als Dutroux wieder nach Hause kam, verscharrte er die Leichen der toten Mädchen in seinem Garten, auch die beiden älteren Opfer begrub er – betäubt aber lebendig. Daraufhin entführt der Mann zwei weitere Mädchen Sabine D. (12) und Laetitia D. (14). Dieses Mal gab es Augenzeugen, woraufhin die beiden befreit werden konnten.

2004 wurde Dutroux zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine vorzeitige Haftentlassung wurde im damaligen Gerichtsentscheid ausgeschlossen. Dutroux ist heute 61 Jahre alt. Bereits im Februar hatte sein Anwalt Dayez ein Buch („Warum Dutroux freilassen“) veröffentlicht, in dem er eine vorzeitige Entlassung forderte.

Jean-Denis L. ist der Vater eines der Mädchen, welche in dem Horror-Keller verhungern mussten. Er sagte im Mai gegenüber dem Sender RTL: „Einen wie Dutroux freizulassen hieße, die Sicherheit der Menschen in Gefahr zu bringen. Dieser Typ ist ein Psychopath“. Dem widersprach Dayez, mit der Begründung, der Staat dürfe „Straftäter nicht so behandeln, wie Straftäter mit ihren Opfern umgegangen sind.“