Krankenhäuser in L.A. überlastet: Patienten sterben auf dem Flur

Zu den schlimmste Konsequenz von hohen Infektionszahlen zählen überfüllte Krankenhäuser. Weil nicht einmal mehr normale Betten frei sind, sterben Patienten noch während sie auf eine Behandlung warten. Dieser Zustand ist nun in Los Angeles eingetreten. Die Hollywood-Metropole hat keine Kapazitäten mehr, um Kranke zu versorgen.

Am vergangenen Wochenende kam es im Großraum Los Angeles zu einem medizinischen Notstand. Zwölf Stunden lang musste das zentrale Krankenhaus Los Angeles County-USC Medical Center alle Notfälle ablehnen, weil die Kapazitäten überreizt waren. Normalerweise kann das Krankenhaus rund 600 Patienten stationär aufnehmen. Weitere Krankenhäuser waren noch bis Montag überlastet: Das Memorial Hospital of Gardena im Süden der Stadt berichtete von einer 140 prozentigen Auslastung. Im Martin Luther King Jr. Community Hospital sollen laut „Focus Online“ 251 Patienten behandelt worden sein, obwohl das Krankenhaus nur über 131 Betten verfügt.

Patienten seien in Konferenzräumen, Geschenkläden und sogar im Flur untergebracht worden. Ein Krankenpfleger erzählte von Kranken, die noch im Flur starben: „Als die Zeit für sie kam zu sterben, starben sie im Flur“ sagte Scott Byington, Krankenpfleger auf der Intensivstation des St. Francis Medical Center in Lynwood, einer Vorstadt von Los Angeles. Der Pfleger berichtet, dass die Triage in vielen Krankenhäusern eingetreten sei. Das Personal müsse entscheiden, wer gerettet wird und wen man sterben lässt. Patienten würden diesbezüglich bereits gewarnt.

Hilda Solis, die Aufsichtsführende des Metropolgebiets ist besorgt, dass die Situation sich wegen der Weihnachtsfeiertage verschlimmern werde: „Von dem, was wir gesehen haben, wie viele Menschen sich versammelt, oder verreist sind, bleiben wir sehr besorgt über eine weitere Welle zusätzlich zu der derzeitigen Krise“.

Die Infektionszahlen in Los Angeles steigen weiter. Sogar Hollywood stellte inzwischen sämtliche Dreharbeiten bis Mitte Januar ein. In der Großregion besteht bis auf Weiteres eine Ausgangssperre.

In der Vier-Millionen-Einwohnerstadt sterben täglich etwa 130 Corona-Infizierte. An Silvester wurde ein trauriger Rekord von 262 Toten in 24 Stunden festgestellt. Seit Beginn der Pandemie starben dort rund 10.000 Menschen an COVID-19.

Die USA steht bezüglich Corona weltweit an der traurigen Spitze. Kein anderes Land hat so viele Coronafälle und -Opfer registriert wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Insgesamt verzeichnen die USA inzwischen 341.800 Corona-Tote. Kurz vorm Jahreswechsel stellte das Land einen neuen Rekord mit 3927 Todesopfern binnen 24 Stunden auf.