Lufthansa fliegt leer aus dem Nahen Osten zurück

Das Schicksal von ungefähr 30 000 Deutschen, die im Augenblick im Nahen Osten auf unbestimmte Zeit gestrandet sind, beschäftigt hierzulande die Medien. Während Großbritannien eine großangelegte militärische Rettungsaktion für seine 96 000 Bürger im Krisengebiet in Gang gesetzt hat, legt die deutsche Regierung keinerlei Anstrengungen an den Tag, die deutschen Staatsbürger wieder nach Hause zu holen. Ganz im Gegenteil: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) macht die Gestrandeten selbst für ihr Schicksal verantwortlich und weist darauf hin, dass schon seit Wochen Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt für die gesamte Region veröffentlicht wurden.

Sonderflug LH9851 

Gleichzeitig berichtet die Bild-Zeitung, dass heute Morgen ein leerer Flieger der Lufthansa aus Abu Dhabi gestartet ist und sich auf den Weg nach Deutschland gemacht hat. An Bord befindet sich außer den beiden Piloten: Niemand. Gemäß Auskünften der deutschen Fluggesellschaft soll sich der Airbus A380 mit einer Kapazität von 853 Passagieren auf einem Wartungsaufenthalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgehalten haben. Unter der Sonderflugnummer LH9851 wird die Maschine jetzt wieder zurück nach München überführt.  Als Grund für den Leerflug gab die Luftgesellschaft an, vor Ort kein 17‑köpfiges Team zur Verfügung gehabt zu haben, das die Passagiere auf dem Heimflug hätte betreuen können. Dabei wurden alle Möglichkeiten und Alternativen in Betracht gezogen. Letztendlich habe man sich aber gegen einen Passagierflug entschieden. 

Bundeswehr kommt nicht zum Einsatz 

Außenminister Wadephul weist auch alle Anfragen danach zurück, ob die Bundeswehreinheiten, die zurzeit im Nahen Osten stationiert sind, bei einer möglichen Evakuierung von deutschen Staatsbürgern behilflich sein könnten. In der ARD-Sendung „Caren Miosga“ erklärte er, „dass auf anderem Wege eine Ausreise aus diesen Ländern ermöglicht wird“. Die betroffenen Deutschen werden täglich über die Lage und mögliche Ausreiseoptionen informiert, weitere Maßnahmen wird der deutsche Staat allerdings nicht treffen. Zurzeit befinden sich Einheiten der Bundeswehr in Erbil im Nordirak und in al-Azraq im Osten Jordaniens. Beide Stützpunkte sind mit internationalen Einheiten belegt und seit gestern unter iranischem Beschuss. Keiner der anwesenden Bundeswehrsoldaten ist dabei zu Schaden gekommen. Dabei weist die Bundeswehr auch darauf hin, dass man im Gegensatz zu den jetzt gestrandeten Touristen die Warnungen über mögliche Kampfhandlungen ernst genommen und frühzeitig die meisten deutschen Soldaten aus dem Bereich abgezogen hatte. 

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Alexander Grünstedt