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Mann in Berlin niedergeschossen – jetzt droht ein Clan-Krieg

Berlin-Neukölln : Die Schüsse fielen am Sonntag kurz vor 18:00 am Tempelhofer Feld. Dabei wurde ein Mann mehrmals getroffen und tödlich verletzt.

Drei Mal sei er getroffen worden, hieß es in Medienberichten: zwei Mal am Arm, einmal am Brustkorb. Kurze Zeit später starb der 36-Jährige im Krankenhaus. Laut „Tagesspiegel“ hatte die Gattin des Erschossenen die Tat mitansehen müssen und erlitt einen Schock.

Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Opfer um ein polizeibekanntes Mitglied einer arabischen Großfamilie handeln. „ntv“ berichtete, dass die Polizei sich nicht zur Person äußern wollte, aber angegeben hätte, dass der Mann aus dem Libanon stammte. Laut „B.Z.“-Informationen soll es sich bei dem Opfer um den Intensivstraftäter Nidal R. (35) handeln. Laut Tagresspiegel war er schon seit den Neunizgern bundesweit als Berlins schlimmster Intensivtäter bekannt. Schon bevor er strafmündig wurde, hatte R. schon 80 Einträge in seiner Polizeiakte. Unter Anderem fiel er immer wieder als Autoraser auf. Kurz vor den tödlichen Schüssen soll er sich mit Arafat Abou-Chaker (42) verbündet haben, dem Ex-Geschäftspartner von Rapper Bushido (39).

Vor der Klinik, in die das Schussopfer eingeliefert worden war, hatte sich ein Großaufgebot der Polizei gesammelt. Die Behörden leitete nach Tagesspiegel-Informationen wegen der brisanten Lage einen Großeinsatz ein. Der Lagedienst des Polizeipräsidiums hat der Direktion 5 den Fall abgenommen. Das Landeskriminalamt wurde eingeschaltet. Die Beamten hatten dazu aufgefordert, von Besuchen abzusehen. Offenbar befürchtete man eine weitere Eskalation der Lage. Trotzdem sollen sich vor dem Krankenhaus seit der Einlieferung des Verwundeten rund 150 Menschen versammelt haben.

Der Berliner Abgeordnete Tom Schreiber (SPD-Politiker) schrieb auf Facebook: „Mich erschüttert die Nachricht von Schüssen am Tempelhofer Feld zwischen zwei Großfamilien. Dies könnte der Anfang eines Clankriegs sein. Ich erinnere an die Vergangenheit und den Berliner Rockerkrieg. Ich wünsche der Polizei Berlin und der Staatsanwaltschaft zügige und Ermittlungserfolge, sodass eine mögliche Blutrache und Selbstjustiz verhindert werden. Die Eskalationsstufe ist derzeit besonders hoch. Wir müssen mit aller Härte gegen solche Parallelwelten vorgehen. Straftaten können weder geduldet noch akzeptiert werden. Eine besondere Aufbauorganisation (BAO) wird sicherlich kommen.“

Demzufolge könnte es zu einer Eskalation der Auseinandersetzungen zwischen den deutsch-arabischen Großfamilien in Berlin kommen. Am späten Sonntag-Abend meldete die Polizei, dass der Täter noch nicht festgenommen wurde, also frei herumläuft.