

Zittern nach der Ankündigung eines massiven Militärschlages: Die Regierung ist alarmiert angesichts der deutlichen Drohung durch US-Präsident Donald Trump, in Venezuela hart durchzugreifen.
Donald Trump hat den venezolanischen Diktator Nicolás Maduro (67) gestürzt. Seine Vizepräsidentin Delcy Rodríguez wurde damit zur Interimspräsidentin des Landes, was den USA aber missfallen dürfte. Trump sprach am Sonntagabend (Ortszeit) klare Worte: „Wir verhandeln mit den Leuten, die gerade vereidigt wurden. Fragen Sie mich nicht, wer die Verantwortung trägt, denn ich werde eine Antwort geben, die sehr kontrovers ist“, fügte er hinzu. Auf Nachfrage konkretisierte er: „Es bedeutet, dass wir das Sagen haben.“ Damit widersprach er seinem Außenminister Marco Rubio.
„Wenn sie sich nicht benehmen…“
Doch damit nicht genug. Der US-Präsident sprach gegenüber den verbliebenen Mitgliedern der Regierung eine offene Drohung aus: „Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir einen zweiten Angriff führen, und der wird viel größer sein als der erste. Ich hoffe, wir müssen es nicht tun, aber wenn sie sich nicht benehmen, werden wir es tun.“
Trump will Venezuela regieren
Schon nach der Festnahme von Maduro am Samstag hatte Trump klargemacht. „Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang gewährleisten können. Wir dürfen nicht zulassen, dass jemand anderes die Macht in Venezuela übernimmt, der nicht die Interessen der Venezolaner im Blick hat.“
Doch Außenminister Marco Rubio schlug komplett andere Töne an und distanzierte sich am Sonntag in gleich mehreren Interviews von der Rhetorik Trumps. Die USA würden keine zivile Verwaltung vor Ort einsetzen und keine alltäglichen Regierungsgeschäfte in Venezuela übernehmen, gab er an. Laut seinen Angaben werden die USA sich in erster Linie durch die Durchsetzung massiver Ölblockaden und finanziellen Druck durchsetzen.
Drohung an Vizepräsidentin
Wer Donald Trump zuhört, bekommt einen gänzlich anderen Eindruck. In Richtung Vizepräsidentin Rodríguez drohte er: „Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen – wahrscheinlich einen noch höheren als Maduro.“ Die venezolanische Politikerin hatte den Angriff der USA auf Maduro zunächst verurteilt und lehnte eine Einmischung der USA kategorisch ab. Schon am Sonntag schlug sie jedoch gemäßigtere Töne an und sprach von einer „Zusammenarbeit“.