Metro verkauft alle Real-Märkte

Kurz vor dem Verkauf seiner Supermarktkette Real steht der Handelskonzern Metro. Wie sich nun herausstellt, werden rund 30 Märkte schließen. Wie der Metro-Chef kurz vor dem Vertragsabschluss, werden die anderen Filialen an Konkurrenten veräußert.

Im Zuge des bevorstehenden Verkaufs der noch 276 bestehenden Real-Märkte an den Finanzinvestor SCP sollen knapp 30 Märkte geschlossen werden. Dies teilte, Olaf Koch, Chef des Real-Mutterkonzerns Metro mit. Nach Aussagen des Managers seien die Verkaufsverhandlungen so gut wie abgeschlossen. Geplant sei, dass die Zustimmung zum ausverhandelten Vertrag zeitnah durch die Gremien beider Unternehmen erfolgen sollen.

Bereits seit langer Zeit sucht der Düsseldorfer Handelskonzern Metro einen Käufer für seine schwächelnde Supermarkt-Tochter. Künftig will sich das Unternehmen ausschließlich auf sein Geschäft im Großhandel konzentrieren. Die Supermarktkette mit rund 34.000 Mitarbeitern steht nach dem Verkauf vor einer Zerschlagung durch die neuen Eigentümer. Die Käufer wollen zwar einen Kern von rund 50 eigenen Filialen noch mindestens zwei Jahre weiter betreiben.

Großteil geht an Edeka oder Kaufland

Allerdings soll der Großteil der Verkaufsflächen an Wettbewerber wie zum Beispiel Edeka oder Kaufland weiterveräußert werden. Eine Zusicherung der neuen Betreiber zur weiteren Beschäftigung der Real-Mitarbeiter wird von den Verkäufern erwartet, so Koch. Sollten sich für vereinzelte Filialen keine Zukunftsperspektiven ergeben, so werden auch Ladenflächen geschlossen.

Selbst im so wichtigen Weihnachtsquartal war Real einmal mehr das Sorgenkind der Metro. So sorgten weitere Wertberichtigungen so kurz vor der Veräußerung im ersten Quartal 2019/2020 für tiefrote Zahlen in der Bilanz des Mutterkonzerns. Abschließend stand ein Verlust von 34 Millionen Euro zu Buche. Dies teilte Metro im Rahmen der Präsentation der Quartalszahlen mit. Auf rund 237 Millionen Euro beliefen sich die neuerlichen Wertberichtigungen auf Real.

Rund 300 Millionen Euro als Nettozufluss erwartet die Metro durch den Verkauf von Real. Vor wenigen Monaten waren noch rund 500 Millionen Euro erwartet worden. Koch sagte dazu, dass sich darin die schlechte Entwicklung des Geschäfts bemerkbar mache. Per Ende Dezember sank der Gewinn des Handelsriesen ohne Real und das ebenfalls zum Verkauf stehende Geschäft in China um rund 30 Prozent auf nur noch 121 Millionen Euro. Und auch das operative Ergebnis (Ebitda) nahm ohne Immobilienverkäufe um rund 0,6 Prozent auf 526 Millionen Euro ab. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr ist von dem Unternehmen bestätigt worden.