Nach Corona-Infektion mindestens fünf Monate Schutz vor Neuansteckung

Einer neuen Studie zufolge sind Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, wahrscheinlich für mindestens fünf Monate vor einer neuerlichen Ansteckung geschützt. Es gebe jedoch Hinweise, dass Personen mit Antikörpern auch weiterhin das Virus verteilen können. Dies geht aus einer Studie hervor, die am Donnerstag von der englischen Gesundheitsbehörde veröffentlich wurde.

Die leitende medizinische Beraterin beim Public Health England und Co-Leiterin der Studie, Susan Hopkins, sagte dazu: „Wir wissen jetzt, dass die meisten derjenigen, die das Virus hatten und Antikörper entwickelt haben, vor einer erneuten Infektion geschützt sind“. Aber vollständig sei dieser Schutz auf keinen Fall.

Offen ist zudem auch, wie lange dieser anhalte. Eine schwere Covid-19-Erkrankung sei nach einer überstandenen Infektion aber höchst unwahrscheinlich. „Aber es besteht immer noch das Risiko, dass man sich eine Infektion zuzieht und sie auf andere überträgt.“

Berichte über Fälle einer Reinfektion hat es immer wieder gegeben. Allerdings könne die Studie zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Aussagen über die möglichen Effekte von Impfstoffen machen. Bislang wurde diese Studie auch nur in vorläufiger Form veröffentlich und bedarf noch einer Begutachtung durch Fachkollegen.

Zehntausende Mitarbeiter aus dem gesamten britischen Gesundheitssystem nehmen an der sogenannten Siren-Studie teil. Seit Juni werden diese regelmäßig auf eine mögliche Corona-Infektion als auch auf im Körper vorhandene Antikörper getestet. Insgesamt sind 6.614 Teilnehmer positiv auf Antikörper getestet worden, bei lediglich 44 hat es möglicherweise eine neue Infektion gegeben, so die Studie. Bereits infizierte Personen sind demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von 83 Prozent vor einer neuerlichen Ansteckung geschützt.

Von wichtigen Erkenntnissen sprachen unter anderem Experten, die nicht an dieser Studie beteiligt waren. So sagt unter anderem die Professorin für Immunologie und Infektionskrankheiten an der Edinburgh University, Eleanor Riley: „Diese Daten bekräftigen die Botschaft, dass bis auf Weiteres jeder eine potenzielle Infektionsquelle für andere ist und sich entsprechend verhalten sollte“.

Und Simon Clark von der Reading-Universität sagte: „Das bedeutet, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung entweder eine natürliche Immunität haben oder geimpft worden sein muss, damit wir die Einschränkungen in unserem Leben vollständig aufheben können. Es sei denn, wir sind darauf vorbereitet, dass viel mehr Menschen infiziert werden und an Covid-19 sterben.“

Bereits im Dezember war eine Studie der Universität von Oxford im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte worden. Auch hier hatte man vor allem Beschäftigte des Gesundheitswesens untersucht. Bei den meisten Probanden ist dabei eine Immunität von mindestens sechs Monaten ermittelt worden.