Polens “Back-up” übt heftige Kritik an der Forderung nach Reparationen

Polen suchte bei Israel Unterstützung für seine Forderung nach 1,3 Billionen Euro Reparationen aus dem Zweiten Weltkrieg von Deutschland. Dies ist nun schwer nach hinten losgegangen: Unabhängige Forscher haben den im Auftrag der polnischen Regierung erstellten 1300-seitigen Bericht als ein “rein politisches Dokument ohne historischen Wert” bezeichnet.

Das Dokument, auf das die führende polnische nationalistische Partei ihre Forderung nach Reparationen stützt, soll die Beiträge von 30 historischen und wirtschaftlichen Experten enthalten. Es gibt vor, eine detaillierte Bewertung der Verluste vorzunehmen, die das polnische Volk zwischen 1939 und 1945 erlitten hat: Die Anzahl der verlorenen Menschenleben, das beschädigte Eigentum und die zerstörten historischen Artefakte sowie ihr geschätzter Wert.

Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), erklärte: “Die vorgelegte Summe wurde mit einer sehr begrenzten und konservativen Methode ermittelt, sie könnte noch erhöht werden.” Die Kritik an Kaczynskis Methoden, antideutsche Stimmung zu erzeugen, um die Unterstützung für seine Partei zu erhöhen, wird nun jedoch lauter.

Donald Tusk, Vorsitzender der größten polnischen Oppositionspartei Bürgerplattform, erklärt, dass es bei Kaczynskis Ankündigung “nicht um Reparationen” gehe. “Es handelt sich um eine interne politische Kampagne, um die Unterstützung für die Regierungspartei wiederherzustellen”, sagt er. Die Popularität der PiS hat in den letzten Monaten unter der Kritik an ihrem Umgang mit der steigenden Inflation und dem wirtschaftlichen Abschwung gelitten.

Dass die Veröffentlichung des Berichts ein politisches Motiv hat, ist auch die Meinung von Jan Grabowski, einem in Polen geborenen Professor an der Universität von Ottawa und führenden Holocaust-Forscher. In einem Interview mit der Times of Israel erklärte Grabowski, er sei “entsetzt” über den Inhalt des Berichts.

Die polnische Regierung versucht, Unterstützung aus Israel zu erhalten, um Druck auf die deutsche Regierung auszuüben. Der Bericht listet die Orte auf, an denen “deutsche Nazi-Gräueltaten” stattfanden, sowie die Zahl der Todesopfer. Viele davon sind jüdisch. Laut Grabowski umfassen diese Zahlen jedoch auch Gräueltaten, die von Polen im Rahmen der polnischen Pogrome gegen Juden begangen wurden.

Er sagte der Times of Israel: “Ich habe wirklich keine Ahnung, ob es sich um einen Akt der absichtlichen Verschleierung oder einfach um die gedankenlose Einbeziehung unzuverlässiger Quellen aus den 1950er und 1960er Jahren handelt.” Er ist sich sicher, dass an anderen Stellen des Berichts Ereignisse und Informationen absichtlich ausgelassen wurden. Laut Grabowski ist der Bericht “ein rein politisches Dokument ohne historischen Wert”.

Foto: Jaroslaw Kaczynski, Kancelaria Sejmu RP, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

6 Kommentare

  1. ach ja – enthält der Bericht auch die Vertreibung der Schlesier und die damit verbunden Gräultaten und ebenso bei Ostpreußen, Pommern und die Kurmark??

  2. Die Polnische Regierung ist beklopft , die werden Geld verlangen auch nach 200 Jahren . Was haben wir unsere Generation mit dem Krieg zu tun. Es ist unverschämt. Will jemand Geld von ernstem Krieg ? Lächerlich.

  3. Was war der papiez vom Beruf, bevor er bei der Kirche anfing, und was hat er im Krieg gemacht. Ich sage nur eins: er war chemischer Laborant und für Gas verantwortlich. Wer hat ihm, aus Dankbarkeit, nach Vatikan geholfen?

  4. Ok, wenn die 1,3 Billionen von uns haben wollen, dann sollen sie mal Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Schlesien und Danzig räumen und uns zurückgeben.
    Gorbatschow wollte uns das von der Sowjetunion annektierte nördliche Ostpreußen wieder zurückgeben, aber der damalige Außenminister Genscher sagte, er wolle das nicht geschenkt haben.
    Vor beginn des 1. Weltkrieges hatten wir im Osten mit dem zaristischen Rußland eine gemeinsame Grenze, weil der polnische Staat seit der letzten Teilung überhaupt nicht mehr bestand. Die Deutsche Generalität schuf inmitten des 1. Weltkrieges 1916 den polnischen Staat neu, nachdem die Russen aus Ostpreußen zurückgeschlagen waren. Aus der polnischen “Dankbarkeit” stahlen sie uns mit Unterstützung der Franzosen Westpreußen und das östliche von deutschen Vorfahren hochindustrialisierte Oberschlesien. Die reichen Deutschen wurden damals schon vertrieben und ihre Güter durch Polen übernommen. Die meisten Deutschen durften bleiben, damit sie die Industrieanlagen bedienen und die Polen daran anlernen mußten.
    Danzig wurde aus dem deutschen Reich als selbstständige Stadt unter polnischer Kontrolle herausgerissen.
    Das führte natürlich dazu, daß Hitler bei den Polen beantragte, eine Straße und Eisenbahnlinie von Pommern nach Ostpreußen durch den neu errichteten polnischen Korridor ( Westpreußen ) zu bauen, was die polnische Regierung aber ablehnte. So mußte Ostpreußen über den Seeweg am deutschen Reich gehalten werden. Das hatte zur Folge, daß nach mehreren von Polen provozierten Grenzzwischenfällen schon im März 1939 Hitler schließlich am 01.09.1939 in Polen einmarschierte. Das von Polen in den zwanziger Jahren annektierte Ostpolen wurde von der jungen Sowjetunion wieder zu Rußland geholt; denn dort lebten inzwischen nur 1,5 Millionen Polen unter Ukrainern und Russen von insgesamt 8,5 Millionen Einwohnern.
    Damit war der Krieg wegen der Annexionen urdeutscher Gebiete durch Polen gerechtfertigt, auch wenn die deutschen Gutmenschen das nicht so sehen wollen und lieber die Geschichte der Sieger übernehmen.

    Die nächsten deutschen Gebiete wie Pommern, das südliche Ostpreußen, Danzig, Ostbrandenburg und ganz Schlesien wurden nach dem 2.Weltkrieg 1945/46 von Polen annektiert und die deutsche Bevölkerung von 12,7 Millionen nach Kriegsende gewaltsam vertrieben.

    Wie der erste Bundeskanzler der BRD, Adenauer, einmal feststellte, kamen nur um die 8 Millionen Deutsche im verbliebenen Restdeutschland incl. in der sowj. Besatzungszone an. Die fehlende Anzahl von weit über 4 Millionen Deutschen wurde von den Polen ermordet oder sie ließen sie verhungern; denn täglich mußte meine Mutter mit meiner ältesten Schwester Massengräber in Pommern ausheben, um ermordete und verhungerte Deutsche zu beerdigen, bis auch meine Familie mit vielen anderen gewaltsam von den Polen vertrieben wurde.
    Im März 1946, also fast ein Jahr nach der Kapitulation am 8.5.45, wurde meine Mutter vor unseren Kinderaugen von Polen brutal zusammengeschlagen, weil sie unser Haus zu dem befohlenen Termin noch nicht verlassen hatte. Daran kann ich mich noch als viereinhalbjähriger Junge sehr gut erinnern.
    Heute fordern die Polen Wiedergutmachung von 1,3 Billionen Euro für ihre Deutschenvertreibung. Das ist der Gipfel der Unverschämtheit!
    Eigentlich haben die deutschen “Gutmenschen” einen wesentlichen Anteil an dieser unverschämten polnischen Forderung, die unsere von den Siegern geschriebene Geschichte sich verinnerlicht

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