Polizistin geht in falsche Wohnung und erschießt den Besitzer

Sie wollte angeblich nur nach ihrer Arbeit nur nach Hause. In der Wohnung angekommen, steht ein Fremder vor ihr. Die Polizistin schießt – tödlich. Nach dem Schuss bemerkt die Polizistin aus Dallas, dass sie gar nicht in ihrer Wohnung war, sondern in seiner.

USA, Dallas: Eine 30-jährige Polizistin hat den Eigentümer einer Wohnung erschossen, weil sie sich in der Tür geirrt hatte. Sie dachte, sie wäre zuhause und der 26-Jährige wäre unerlaubt in ihr Appartement eingedrungen. In Wirklichkeit war es umgekehrt.

Gemäß verschiedener Medienberichte wurde anschließend wegen Todschlags gegen die Polizistin ermittelt. Am Sonntag wurde sie festgenommen, am darauffolgenden Montag gegen Kaution wieder freigelassen. CNN“ berichtet, der zuständige Officer hätte gesagt, derzeit gäbe es zu dem Fall mehr Fragen als Antworten.

Für die Öffentlichkeit ungeklärt blieb die Frage, ob die Polizistin zum Tatzeitpunkt alkoholisiert war oder unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Man hab Medienberichten zufolge zwar Blutproben der Frau am Tatort entnommen und getestet. Die Ergebnisse seien jedoch nicht veröffentlicht worden. Des weiteren ist ein Bericht aufgetaucht, wonach die Polizistin bereits letztes Jahr durch ein Tötungsdelikt aufgefallen wäre.

Eine andere Frage bezieht sich auf die Hautfarbe von Opfer und Täterin. Die Polizistin war hellhäutig, das Opfer ein Afroamerikaner. Die Mutter des Opfers wirft den Behörden und der Polizistin Rassismus vor: „Wäre es ein weißer Mann gewesen, wäre es anders gewesen? Hätte sie anders reagiert?“ Außerdem bemängelt die Familie des Opfers, dass die Polizistin lange nicht inhaftiert wurde. Die Hinterbliebenen sprachen von einer Vorzugsbehandlung.

Inzwischen hat die Familie des Mannes den in den USA bekannten Anwalt Benjamin Crump eingeschaltet. Der Rechtsgelehrte sich einen Ruf als Verteidiger von Schwarzen gegen Sicherheitsbeamte und Polizisten gemacht. Für Schlagzeilen sorgten die Fälle von zwei jungen, dunkelhäutigen Opfern, deren Familie der Anwalt vertreten hatte. 2012 wurde der 17-Jährige Trayvon Martin in Florida von einem Freiwilligen der Nachbarschaftswache erschossen. 2014 wurde der 18-jährige Michael Brown von einem weißen Polizisten in Missouri erschossen. Beide Opfer waren unbewaffnet.

Fälle von Polizeigewalt mit Todesfolge gegen Schwarze sorgen in den Vereinigten Staaten immer wieder für Empörung und Aufruhr. Vor allem aus Kreisen der afroamerikanischen Bevölkerung gibt es immer wieder Proteste und Versuche die Fälle an die Öffentlichkeit zu tragen. Dennoch sind Verurteilungen von Polizisten äußerst selten.