Radprofi Andreas Kappes († 52) ist tot

Der ehemalige Radsport-Vizeweltmeister Andreas Kappes starb in der Nacht zum Dienstag in Folge eines Insektenstichs.

Der Stich hatte bei Kappes eine allergische Reaktion ausgelöst, die schließlich zum Herzversagen führte. Der ehemalige Radprofi war sportlicher Leiter der Tour de Neuss, die am 1. August starten wird. Stephan Hilgers, Vorstand des Neusser Radvereins erklärte im RP-Interview: „Das Rennen wird wie geplant stattfinden, auch wenn wir alle tief bestürzt sind,“

Andreas Kappes hatte sich in den 80er und 90er-Jahren vor der Jahrtausendwende einen Namen unter den besten deutschen Radprofis gemacht. Der gebürtige Bremer fuhr für das Team Telekom und Gerolsteiner. Der Radsport-Profi schaute auf 24 Siege bei Sechstagerennen zurück. Im Zweier-Mannschaftsfahren wurde Kappes drei Mal WM-Dritter. Im Punktefahren erreichte er 1998 die Vize-Weltmeisterschaft. Darüber hinaus erreicht Andreas Kappes 1999 bei der Deutschland-Tour den zweiten Platz. Er gewann zwei Etappen bei Paris-Nizza und eine beim Giro d’Italia.

Trotz seines Erfolges war Kappes als Radprofi umstritten. 1997 wurde ihm der Deutsche Meistertitel im Punktefahren aberkannt, nachdem er bei einer Dopingprobe positiv auf Amphetamine getestet wurde. Den Doping-Vorwurf wurde Kappes nie wieder los. Drei Jahre später wurde er während der Bahnrad-DM erneut des Dopings verdächtigt, bis ihn das Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer schließlich von den Vorwürfen freisprach.

Kappes starb in Folge einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich. Wie kann so etwas passieren?
Bei dem sogenannten „anaphylaktischen Schock“, der Anaphylaxie, ereignet sich eine heftige allergische Reaktion nachdem das Immunsystem mit bestimmten Eiweißstoffen in Kontakt gekommen ist. Der Körper schüttet in diesem Fall zu viele entzündungsfördernde Botenstoffe aus, was zum Kreislauf-Zusammenbruch mit Atemstillstand und Herzversagen führen kann. Bei einer schweren Nahrungsmittel- oder Insektengiftallergie kann es binnen weniger Minuten zu einem anaphylaktischen Schock mit lebensgefährlichen Kreislaufkollaps und Atemstillstand kommen.

Insektengift- oder Nahrungsmittelallergien sowie Allergien gegen Medikamente sind bei Erwachsenen die häufigsten Auslöser einer Anaphylaxie. 2014 konnten etwa 58 Prozent aller anaphylaktischen Reaktionen auf Insektenstiche (meist Wespe oder Biene) zurückgeführt werden. Nach Informationen des Deutschen Forschungszentrums für Gesundheit und Umwelt tritt die lebensbedrohliche oder gar tödlich verlaufende Anaphylaxie trotz ihrer Bekanntheit verhältnismäßig selten auf. Die meisten Studien ergaben, dass von 100.000 Menschen etwa 8 – 10 jährlich einen anaphylaktischen Schock erleiden. Studien aus den USA halten das Phänomen jedoch viermal so häufig fest.