Rund 1000 Rechte mischen Chemnitz auf

In Chemnitz überschlugen sich die Ereignisse am Wochenende. Erst ein Stadtfest, dort wurde ein junger Mann erstochen, daraufhin marschierten spontan fast 1000 Rechte durch die Innenstadt, mit Krawalle und Parolen. Schließlich wurde das Fest abgebrochen.

Das Wochenende fing so schön an. Eigentlich wollten die Chemnitzer nur Feiern und den Sommer genießen. Dann startete die Spirale von Gewalt und Chaos. In der Nacht zum Sonntag wurde ein 35-jähriger gebürtiger Deutscher erstochen. Zwei weitere Männer so verletzt, dass sie ins Krankenhaus transportiert werden mussten. Die Gründe des Streits sind noch ungeklärt. Es sollen jedoch Menschen verschiedener Nationalitäten beteiligt gewesen sein.

Am frühen Sonntag-Nachmittag hatte dann die AfD zu einer Kundgebung aufgerufen, an der rund 100 Menschen teilnahmen. Auch eine Ultra-Fußballvereinigung hatte auf Facebook dazu aufgerufen, ”zu zeigen, wer in der Stadt das Sagen hat.“ Daraufhin versammelten sich etwa 800 weitere Menschen offensichtlich rechter Gesinnung, darunter sollen Hooligans gewesen sein. Sie marschierte durch die Stadt und verursachten Chaos: Polizisten wurden mit Flaschen beworfen und mindestens ein Beamter wurde verletzt. Laut Mitteldeutscher Rundfunk soll es zu „Hetzjagden und Übergriffen auf Migranten“ gekommen sein. In Antifaschistischen Medien wurden Videos gezeigt, in denen zu sehen ist, wie Menschen angegriffen wurden. Das Stadtfest musste schließlich abgebrochen werden.

Während die rechten Demonstranten Parolen wie „Wir sind das Volk“ durch die Straßen brüllte, mussten Festbesucher die Innenstadt räumen. Die ganze Nacht waren verstärkt Einsatzkräfte unterwegs. Es soll jedoch nach dem Aufmarsch zu keinen weiteren Störungen vorgekommen sein. Die Stadtverwaltung ließ verlauten, man wolle die Geschehnisse nun auswerten. „Wir sind erschrocken über die Menschenansammlungen, die passiert sind“, sagte der Stadtsprecher Robert Gruner am Abend.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig erklärte gegenüber dem MDR: „Es sollte ein friedliches Stadtfest werden. Und wenn ich sehe, was sich in den Stunden am Sonntag hier entwickelt hat, dann bin ich entsetzt“, so Ludwig. „Dass es möglich ist, dass sich Leute verabreden, ansammeln und damit ein Stadtfest zum Abbruch bringen, durch die Stadt rennen und Menschen bedrohen – das ist schlimm.“ Ludwig ist entsetzt und erklärt, der rechte Aufmarsch habe die Situation chaotisiert und Angst verbreitet, „genau das dürfen wir uns nicht gefallen lassen“. Ihre Kollegin twitterte: „Rechtsfreie Räume oder Selbstjustiz werden wir nicht dulden“.