Schafmassaker im Schwarzwald: 1 Wolf riss über 40 Tiere

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat mutmaßlich ein Wolf im Schwarzwald zugeschlagen. In Bad Wildbad findet ein Schäfer morgens über 40 tote Tiere. Die meisten wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Wolf angefallen. Manche Tiere seien offensichtlich aus Panik in den naheliegenden Fluss gesprungen und ertrunken, andere mussten auf Grund ihrer schweren Verletzungen getötet werden.

Die Schafe waren in einem eingezäunten Gehege entland des Gewässers. Man geht davon aus, dass der Wolf sich über den Fluss an die Herde angeschlichen hat. Mit einer DNA-Analyse prüft das Umweltministerium nun, ob es sich wirklich um einen Wolf handelt und wenn ja, ob dieser schon einmal auffällig geworden ist und damit als bedrohlich eingestuft werden muss. War es wirklich der Wolf, so stehen dem Schäfer 200€ Entschädigung für jedes getötete Tier zu. Wird dieser Wolf als verhaltensauffällig eingestuft, so wird er zum Abschuss freigegeben. Generell stehen die Tiere unter Schutz.

Mehrfachtötungen wie in diesem Fall werden im Volksmund als Blutrausch bezeichnet. Wolfsforscher haben für das Verhalten eine schlüssige Erklärung: Der Wolf habe den Reflex so lange zuzubeißen, bis sich nichts mehr bewegt. Unter natürlichen Bedingungen kommt es dabei jedoch nicht zu Massentötungen, da der Wolf nach der ersten Tötung zu fressen anfängt und die umliegenden Beutetiere fliehen können. Ist eine Schafherde jedoch eingezäunt, können die Tiere nicht aus der Reichweite des Wolfes fliehen. Das Raubtier wird beim Fressen immer wieder gestört und beißt zu, bis es seine Ruhe hat.

Der Fall entfacht die Diskussion um den Wolf in Deutschland erneut. Während die Jäger im Land das Tier so schnell wie möglich vor die Flinte nehmen wollen, fordern Naturschützer die Unterstützung des weitgehend verdrängten Raubtieres. Besonders pikant: Die toten Schafe wurden ausgerechnet zum Tag des Wolfes aufgefunden. Der Nabu (Naturschutzbund Deutschland) tituliert den 30. April: „In diesem Jahr blicken wir vor allem auf das Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf. Denn vielerorts werden immer noch Ängste geschürt und Abschüsse fälschlicherweise als Herdenschutzmaßnahmen deklariert.“

Bisher begrüßt die Mehrheit der Deutschen den Wolf in unseren Wäldern. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, die der Nabu in Auftrag gegeben hatte: „Die große Mehrheit der Bundesbürger (79 Prozent) findet es erfreulich, dass der Wolf wieder Teil der Natur in Deutschland ist. Wölfe gehören genauso wie Füchse, Rehe oder Biber in unsere Landschaft.“

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