Susannas Killer macht merkwürdiges Geständnis

Vor neun Monaten wurde die 14-jährige Susanna getötet. Jetzt beschrieb der Täter vor Gericht was geschah, behauptet aber „ich kann mich nicht an den Vorfall erinnern“.

Heute gestand der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Susanna, was im Mai 2018 passiert sei. Die Schülerin verschwand, nachdem sie Freunde in Wiesbaden getroffen hatte. Wenig später fand man ihre Leiche. Sie soll vergewaltigt und ermordet worden sein. Der Iraker Ali B. galt schnell als tatverdächtig. Heute gestand er vor Gericht.

Die BILD-Zeitung zitiert aus der Anklageschrift: „Er (der Angeklagte, Anm. d. Red.) beendete die Strangulation erst, nachdem Schaum aus ihrem Mund trat, der Puls weg war. Dann überprüfte er ihre Vitalfunktionen, wiederholte es.“ Zuvor, so die Anklage, habe Ali B. das Mädchen vergewaltigt. Als diese drohte, zur Polizei zu gehen, soll er sie getötet haben. Danach habe er mit Unterstützung einer noch unbekannten Person ein Loch ausgehoben und Susannas Leiche vergraben.

Der Angeklagte gestand vor dem Landgericht Wiesbaden: „Es wurde vor meinen Augen schwarz, dann kam es zu diesem Ereignis. Ich weiß nicht, wie das geschehen konnte“, so übersetzte es der Dolmetscher. Nach dem Geschlechtsverkehr, soll Susanna gestürzt sein und sei sauer geworden, zitiert die BILD-Zeitung den Prozessverlauf. „Sie sagte, sie könne mit den schmutzigen Kleidern und der Wunde nicht nach Hause, würde die Polizei rufen. Dann wurde ich auch laut, fragte: ,Was habe ich dir denn getan?‘. In dem Moment wurde mir schwarz vor Augen. Ich hielt sie fest.“ Mit „Festhalten“ sei am Hals packen gemeint, erläuterte das Blatt mit Bezug auf den Dialog zwischen Angeklagtem und Richter. „Erst zwei bis drei Minuten später dachte ich, vielleicht lebt sie noch, habe den Puls gefühlt und festgestellt, dass sie nicht lebt.“

Den Vorwurf der Vergewaltigung bestreitet Ali B.: „Erst sagte sie nein. Beim zweiten Mal dann ja.“ Ali B. erklärte, er habe Susanne zuvor seit drei Monaten gekannt. Sie hätten sich öfter getroffen, Musik gehört und seien Händchen haltend spazieren gegangen. Dass sie er 14 Jahre alt war, habe er nicht gewusst, so der 22-Jährige.

Der Fall Susanna ist nicht der einzige Anklagepunkt vor dem Wiesbadener Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft Ali B. eine weitere Vergewaltigung an einem elfjährigen Mädchen vor sowie einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Mann. Beide Vorwürfe werden in separaten Verfahren behandelt.