Terror im Urlaubsparadies: sieben Explosionen und 207 Tote

Attentäter schlugen an mehreren Orten gleichzeitig zu und töteten gezielt Gläubige und Touristen in Sri Lanka. Ob Deutsche darunter sind, ist noch unklar.

Zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Ortszeit in Sri Lanka erschütterten mindestens sechs Explosionen Luxushotels und gut besuchte Ostermessen. Offenbar fanden die Detonationen geplant gleichzeitig statt. Aktuell wird von 185 Toten berichtet. Mehr als 450 Menschen wurden verletzt, darunter mindestens 11 Ausländer. Krankenhäuser berichten von US-Bürgern, Briten und Niederländern. Das Bundesaußenministerium hat noch keine Informationen, ob Deutsche unter den betroffenen Urlaubern waren. Vom Krisenreaktionszentrum hieß es, dass die Botschaft in Sri Lanka „mit Hochdruck“ daran arbeite, herauszufinden, ob Bundesbürger unter den Opfern sind.

Die Explosionen ereigneten sich zugleich in drei Hotels und drei Kirchen: Es handelt sich dabei um die 5-Sterne-Hotels Cinnamon Grand, Shangri-La und das Kingsbury sowie die christlichen Gotteshäuser St. Sebastian in Negombo, St. Antonius in Colombo und Batticaloa im Osten Sri Lankas.

Noch eine Explosion in Sri Lankas Hauptstadt
In einem Hotel direkt in der Hauptstadt Colombo ist es zu einer siebten Explosion gekommen. Dabei wurden zwei Menschen getötet. Ob ein Zusammenhang mit den ersten sechs Anschlägen besteht, kann derzeit nicht gesagt werden.

Es gab Vorwarnungen
Vor zehn Tagen hatte Pujuth Jayasundara, der Polizeichef Sri Lankas vor möglichen Selbstmordanschlägen auf Kirchen durch die radikalislamische Gruppe NTJ gewarnt. Die Informationen habe er von einem „ausländischen Geheimdienst“ gehabt.

UPDATE: 15:10 Uhr: Nach der ersten Angriffsserie ereigneten sich mindestens zwei weitere Explosioenen. Die Zahl der Opfer wurde auf über 200 korrigiert. Zunächst hieß es, dass 185 Menschen bei den Anschlägen ums Leben kamen. Unter den Toten sind 35 Ausländer identifiziert worden. Es handle sich dabei um Niederländer, Briten und US-Bürger.

Mann löst Massen-Panik in Münchner Kirche aus
In der Münchner Paulskirche kam es unterdessen zu einer Massenpanik, nachdem ein offenbar geistig verwirrter Mann die Messe-Besucher erschreckte. „Er rief gestikulierend und lärmend nicht verständliche Worte, wodurch sich die Messebesucher, die sich in Hörweite befanden, erschraken“, teilte die Polizei in der Nacht zu Sonntag mit. Einige Kirchenbesucher versuchten daraufhin das Gebäude fluchtartig zu verlassen, woraufhin 24 Menschen „minimal“ verletzt wurden. Der Mann, der den Tumult ausgelöst hatte, konnte noch am Samstagabend festgenommen werden. Nach aktuellem Stand der Ermittlung ging von ihm keine Gefahr für die Messebesucher aus.