Todesopfer nach Erdbeben und Tsunami in beliebten Urlaubsregionen

Ein Erdbeben der Stärke 6,6 brachte Häuser zum Einstürzen und verursachte einen Tsunami im Mittelmeer. Die bereits von der Pandemie hart getroffene türkische Region Izmir sowie die griechische Insel Samos klagen über verschüttete Menschen und Überschwemmungen. Die Türkei meldet mindestens vier Todesopfer.

In der Ägäis wurde ein Erdbeben der Stärke 6,6 gemessen. Das Beben vor der türkischen Provinz Izmir soll nahe an der Oberfläche stattgefunden haben und dauerte etwa eine halbe Minute lang an. Ersten Medienberichten zufolge wurden 120 Menschen verletzt. Die Bild-Zeitung berichtete später über mehr als 200. Die Zahlen müssen laufend korrigiert werden, da bis zum Freitagabend noch Menschen aus den Trümmern gezogen wurden. Bislang werden vier Todesopfer gemeldet.

Türkische Medien berichten über Panik in den betroffenen Gebieten in Izmir. Die Nachrichtenbilder zeigten eingestürzte Häuser, Staubwolken und verängstigte Menschen. Der Bürgermeister von Izmir, Tunc Soyer, berichtete im türkischen Sender CNN Turk, dass etwa 20 Gebäude in der Millionenstadt eingestürzt seien. In einigen Regionen soll es außerdem zu Überschwemmungen gekommen sein.

Auch auf der griechischen Insel Samos zeigte das Beben Auswirkungen. Griechische Medien berichten über acht Verletzte, Gebäudeschäden und Überflutungen. Die Kleinstadt Vathy wurde von einem Tsunami getroffen. Lokalmedien zeigen überspülte Strandpromenaden und weggeflutete Autos. Der Erdstoß soll bis in die Hauptstadt Athen spürbar gewesen sein.

Experten gehen davon aus, dass ein zweiter, noch größerer Tsunami folgen könnte.

Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam bestätigte die Meldungen und berichtete über ein „schweres Erdbeben mit einem Tsunami“. Berechnungen zufolge hätten die Tsunami-Wellen eine Höhe von 150 Zentimetern erreicht. Die Geoforscher rechnen mit einer weiteren Flut, wenn das Wasser zurückschlägt. Das Hochwasser könnte einen Pegel von drei Metern über normal erreichen.

Die Türkei ist eine der seismisch aktivsten Regionen der Erde und wird immer wieder von Erdbeben erschüttert. Gleich mehrere tektonische Platten drücken und schieben unter der Türkei gegeneinander. Anfang des Jahres wurde das Land gleich zweimal von Erdbeben heimgesucht. Beim ersten Beben im Januar kamen mindestens 40 Menschen ums Leben. Bei einem zweiten Beben im Februar starben neun Personen. Anders als das aktuelle Beben, ereigneten sich diese beiden Unglücke im Osten der Türkei. Dabei wurde der Iran in Mitleidenschaft gezogen und berichtete über Gebäudeschäden.