Tote nach Explosion und Hochhausbrand

Wer jemals den Film „Flammendes Inferno“ gesehen hat, weiß, dass die Rettungskräfte der Feuerwehr nichts so sehr fürchten wie einen Brand in einem Hochhaus. Viele Hausbewohner, die sich auf einer verhältnismäßig großen Fläche in die Höhe verteilen und sich schwierig evakuieren lassen, und erschwerte Löscharbeiten können unter Umständen zu vielen Toten und Verletzten führen. Genau diesen Voraussetzungen wurde gestern Abend die Feuerwehr in Rostock ausgesetzt. Dort kam es zu einer gewaltigen Explosion in einem Hochhaus im Stadtteil Lichtenhagen. In dem darauffolgenden Großbrand, der sich über zwei Etagen ausbreitete, kam ein Mensch ums Leben und etwa 50 Familien mussten in der eisigen Kälte evakuiert werden. 

Leiche aufgefunden

Der Vorfall ereignete sich in einem Plattenbau gegen 17 Uhr. Die Bewohner nahmen plötzlich eine gewaltige Explosion wahr, die das ganze Gebäude erschütterte. Dabei wurden Fenster aus den Angeln gerissen und brennende Trümmer hagelten auf den Bürgersteig vor dem Haus. Kurz darauf konnte eine Flammenwand aus den Fenstern des siebten Stocks gesehen werden und die Feuerwehr wurde gerufen. Die Rettungskräfte trafen nur wenige Minuten nach dem ersten Notruf ein und evakuierten diejenigen der Anwohner der 30 Wohnungen, die noch nichts von der Explosion und dem Brand mitbekommen hatten. In der eisigen Kälte wurden die Nachbarn in Wärmebussen untergebracht, bis die Feuerwehr den Brand gelöscht hatte. In der ausgebrannten Wohnung im siebten Stock wurde dann die Leiche einer Frau entdeckt.

Traurige Geschichte 

Für Rostocker erweckte der Brand unangenehme Erinnerungen. Bei dem brennenden Plattenbau handelte es sich um das Sonnenblumenhaus, das im Jahre 1992 im Zentrum von großen Ausschreitungen war. Etwa 2000 Rechtsradikale und Neonazis griffen damals das Gebäude mit den prominent aufgemalten Sonnenblumen an, um die zumeist vietnamesischen Bewohner mit brennenden Molotowcocktails zu vertreiben. Der Vorfall erregte großes internationales Aufsehen und wurde sowohl von Politikern als auch von der Bevölkerung verurteilt. Die Ursache für die gestrige Explosion und die Identität der Toten sind noch nicht bekannt, aber die Brandermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Opfer um die Mieterin der Wohnung handelt. Viele der Bewohner konnten am späten Abend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Der Sachschaden wird auf ungefähr 50 000 Euro geschätzt.

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Alexander Grünstedt