Tragischer Arbeitsunfall: Baggerfahrer klemmt Kopf ein und stirbt

Bei einem grausamen Betriebsunfall im bayerischen Inzell ist ein 51-jähriger Mann ums Leben gekommen.

Am Donnerstag ereignete sich ein tragischer Unfall auf einer Baustelle in Inzell-Adlgaß. Ein 51-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein wurde zwischen einem Bagger und einer Scheune eingeklemmt. Man fand den Mann bewusstlos mit eingekeiltem Kopf zwischen Bagger und Gebäude. Daraufhin wurde die Feuerwehr hinzugezogen, um den Mann zu befreien. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen starb der 51-Jährige vor Ort aufgrund schwerster Kopfverletzungen.

Die Polizei erklärte den tragischen Unfall nachträglich in einer Pressemitteilung: Demnach war der Baggerführer gerade dabei, den Raupenbagger so nahe wie möglich an eine Scheune heranzufahren. Mutmaßlich wollte er den schweren Bagger dort parken. Offenbar versuchte er sich über den Abstand zwischen Gebäude und Bagger zu vergewissern und geriet dabei unter tragischen Umständen mit dem Kopf zwischen Führerkabine und Scheunenwand. Der Kopf des 51-Jährigen wurde dabei so stark eingeklemmt, dass er tödliche Verletzungen davontrug und noch das Bewusstsein verlor, bevor Hilfe hinzukommen konnte.

In der polizeilichen Pressemitteilung heißt es, dass die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang sowie zur Todesursache aufgenommen wurden. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Erstellung eines unfallanalytischen sowie technischen Gutachtens durch einen Sachverständigen an. Hinweise auf Fremdverschulden liegen zum derzeitigen Zeitpunkt nicht vor.

Weniger Bauunfälle insgesamt, aber mehr Todesfälle
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) meldete, dass im Jahr 2017 103.755 Beschäftigte auf Baustellen einen Arbeitsunfall erlitten. Das sind 1.065 Arbeitsunfälle weniger als 2016. Damit bestätigt die Statistik einen rückläufigen Trend. Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG BAU, sieht die Gründe für den langfristig rückläufigen Trend darin, dass in den Betrieben das Sicherheitsbewusstsein gewachsen sei und dass Innungen, Verbände, Gewerkschaften und die BG BAU immer besser zusammenarbeiteten. Doch Bergmann gab auch zu bedenken: „Hinter jedem einzelnen Arbeitsunfall steckt ein persönliches Schicksal, das zum Teil große Auswirkungen auf den Betrieb sowie das familiäre und soziale Umfeld der Verunglückten hat.“

Außerdem sind die Zahlen nicht nur positiv. Die Zahl an tödlichen Arbeitsunfällen auf Baustellen ist nämlich gestiegen. Im Jahr 2016 starben 15 Menschen auf Baustellen. 2017 waren es 88. Die Todesrate hat sich damit fast versechsfacht.

37,5 % der tödlichen Unfälle waren Absturzunfälle. Auch Abstürze aus geringen Höhen können schon gefährliche Folgen haben, mahnt die BG BAU. „Die Regeln und Vorschriften zum Schutz gegen Abstürze, wie Seitenschutz, Absperrungen an Arbeitsflächen, Fanggerüsten und Auffangnetzen müssen konsequent beachtet und umgesetzt werden“, erinnerte Bergmann.