Trump brauchte Sauerstoff und litt unter Todesängsten

Immer wieder heißt es, Trump habe nur „milde Symptome“. Ganz anders berichten nun US-Medien mit Berufung auf Partei-Zeugen. Der US-Präsident hätte so schwere Symptome gezeigt, dass er unter Todesängsten litt.

„Es geht dem Präsidenten sehr gut“, sagte Donald Trumps (74) Leibarzt als seine Infektion bekannt wurde. Die Behauptung wurde am Samstag abermals wiederholt. Doch immer mehr Zeugenaussagen lassen Zweifel daran aufkommen, dass der mächtigste Mann der Welt wirklich in einem guten gesundheitlichen Zustand ist oder zumindest war.

Trumps Stabschef Mark Meadows gestand gegenüber dem Sender Fox News, dass die Ärzte zwischenzeitlich „sehr besorgt“ um den Präsidenten gewesen wären. Der Sauerstoffgehalt im Blut des Präsidenten sei gefallen. Inzwischen habe er jedoch deutliche Fortschritte gemacht, beschwichtigt Meadows, außerdem habe man zu keinem Zeitpunkt daran gedacht, dass der Präsident möglicherweise seine Amtsgeschäfte übergeben müsse.

Die „Vanity Fair“ verweist gleich auf drei Quellen, die behaupten Trump habe am Freitag 103 Grad Fahrenheit (39,4 Grad Celsius) Fieber und Atembeschwerden gehabt. Man habe dem 74-Jährigen Sauerstoff verabreicht.

Medienberichten zufolge brachte der US-Präsident Todesangst zum Ausdruck. Vanity-Fair-Korrespondent Gabriel Sherman erläuterte den Hintergrund zu dieser Behauptung auf Twitter. Demnach habe Trump seine Ansprechpartner vor dem Transport ins Militärkrankenhaus gefragt: „Werde ich wie Stan Chera enden? Werde ich?“ (“Am I going out like Stan Chera? Am I?”). Stanley Chera war ein mit Trump befreundeter US-Unternehmer, der im April in Folge seiner Corona-Infektion gestorben ist. Chera war vier Jahre älter als Trump.

Weiter berichtet das Magazin, dass Trump so frühzeitig ins Krankenhaus geflogen sei, weil die Ärzte ihn warnten, dass er früher oder später auf jeden Fall in eine Klinik müsse – früher zu Fuß, später im Rollstuhl. Wenn Trump gewartet hätte, bis sein Zustand sich verschlechterte, hätte die Welt den Präsidenten jedoch in einem anderen Zustand gesehen: hilflos, möglicherweise nicht mehr fähig, selbst zu gehen.

Die Zweifel an Trumps harmlosen Gesundheitszustand verdichten sich. CNN-Journalist Jon Ostrower bezweifelt sogar, dass die Fotos, welche der Öffentlichkeit gezeigt werden, authentisch seien. Tatsächlich wurden Bilder veröffentlicht, die den US-Präsidenten bei der Arbeit zeigen, der er im Walter-Reed-Krankenhaus nachgehen soll. Zwei Fotos zeigen Trump am Schreibtisch und an einem Konferenztisch in unterschiedlicher Kleidung. Sie sollen suggerieren, dass der Präsident mehrere Stunden seiner Arbeit nachging. Ostrower behauptet jedoch, dass er anhand der technischen Daten der digitalen Bilder sehen könne, dass die Fotos im Abstand von knapp 10 Minuten entstanden wären.

In seinem letzten Video erklärte der US-Präsident „Ich fange an, mich wieder gut zu fühlen“. Er spricht jedoch auch davon, dass die „wahre Prüfung“ erst noch kommen werde. „Wir werden sehen, was passiert“, so Trump. Laut Präsidenten-Arzt Sean Conley wird Trump mit Remdesivir und einem experimentellen Antikörper-Mix behandelt.