Unfassbare Szenen: Deutsches Kreuzfahrtschiff gerät unter Beschuss

Dicke schwarze Rauchschwaden ziehen über den Hafen von Abu Dhabi. Für die Passagiere des TUI-Mega-Kreuzfahrtschiffes Mein Schiff 4 ist die lang ersehnte Traumkreuzfahrt zum unfassbaren Albtraum geworden.

Am Sonntagnachmittag brach die Hölle los: Gegen 16.30 Uhr Ortszeit erhielten die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 4” einen Notfallalarm auf ihren Mobiltelefonen. Alle wurden aufgefordert, sich so schnell wie möglich im Theater des Schiffes zu versammeln. „Halten Sie sich von den Fenstern fern – gehen Sie ins Innere“, lautete die dringende Anweisung der Besatzung. Dann war ein lauter Knall zu hören.

Eine gewaltige Explosion, offenbar in unmittelbarer Nähe des Schiffes. Inzwischen liegen Aufnahmen von Passagieren vor, denen es gelang, die albtraumhafte Szene zu filmen.

Nach dem Raketentreffer befahl der Kapitän allen Passagieren, im Schiff zu bleiben. Alle Außenbereiche und Balkone sind gesperrt. Niemand kann sagen, wie lange die Gefahr noch andauern wird.

Derweil sitzen 2500 Passagiere und 1000 Besatzungsmitglieder auf dem Schiff fest. Lebensmittel und das Nötigste werden bereitgestellt, aber wie ein Passagier gegenüber der BILD beschreibt: „Viele Passagiere, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, verlieren langsam die Nerven: Panik, Weinen, Angst vor weiteren Einschlägen.“ Eine Situation, die fast unerträglich erscheint.

Es wird nun vermutet, dass die Explosion durch zwei iranische Drohnen verursacht wurde, deren Ziel eine Lagerhalle des Marinestützpunkts Al Salam in der Nähe des Hafens war. Zwei Container sollen in Brand geraten sein. Von benachbarten Schiffen wurden keine Opfer gemeldet. Wie die Frankfurter Rundschau schreibt, gibt es laut dem Verband Deutscher Reeder (VDR) jedoch Berichte über Angriffe auf die zivile Schifffahrt mit Verletzten und Toten an anderen Orten in der Region. Für die „Mein Schiff 4“ ist es nicht sicher, den Hafen zu verlassen.

Mein Schiff 4 ist eines von sechs Kreuzfahrtschiffen, die vom Krieg überrascht wurden. Ebenfalls betroffen ist Mein Schiff 5, das sich im Hafen von Doha, der Hauptstadt Katars, befindet. Dort waren einigen Berichten zufolge die Passagiere bereits am Flughafen, einige sogar schon an Bord eines Flugzeugs, als sie zurück auf ihr Kreuzfahrtschiff geschickt wurden. „Nach drei Stunden in der Luft sind wir wieder in Doha/Katar gelandet“, schrieb ein Passagier auf X. Später fügte er hinzu: „Nach 12,5 Stunden am Flughafen sind wir wieder (ohne Koffer) auf dem Schiff.“ Zu den weiteren betroffenen Schiffen gehören die „MSC Euribia“ (MSC Cruises), „Celestyal Discovery“ und „Celestyal Journey“ (Celestyal Cruises) sowie „Aroya“ (Aroya Cruises), die sich bei Ausbruch des Konflikts in Dubai befanden.

Es ist zu hoffen, dass bald ein Weg gefunden wird, die Passagiere sicher nach Hause zu bringen.

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Oskar Herbert