Verbraucherschützer warnen vor fieser Abzocke über Mobilfunktelefone

Laut Verbraucherschützern gibt es aktuell zahlreiche Beschwerden über die ZED Germany. Demnach buche das Unternehmen bei Handynutzern einfach Geld für Musik- und Spiele-Abos ab. Dabei nutzt die Firma eine fehlende Drittanbietersperre auf Smartphones aus.

Handynutzer werden derzeit von den Verbraucherzentralen vor Abofallen gewarnt. Nach wie vor sind diese Drittanbieter-Abofallen ein riesiges Problem, wie die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein am Donnerstag mitteilte. Bereits seit mehreren Monaten hätten sich Verbraucher aus allen Bundesländern fortlaufend über die ZED beschwert. Dabei kassieren diese Drittanbieter ohne ausdrückliche Zustimmung der Kunden Gebühren für verschiedenste Dienste. Dazu gehören unter anderem Flirtkontakte, Erotikinhalte, Spiele oder Klingeltöne. Die Beiträge werden dann einfach über die Mobilfunkrechnung abgerechnet, wobei Kunden von Vodafone scheinbar besonders häufig betroffen sind. Speziell die ZED bucht Geld “ohne Wissen und Wollen” für Musik-, Spiele- und Bilder-Abos bei den Verbrauchern ab.

Einige Anbieter zahlen Geld zurück

Die Verbraucherzentrale teilte ebenfalls mit, dass sich manche Telekommunikationsunternehmen mittlerweile kulant zeigen. Sie erstatten den Kunden das Geld nach deren Beschwerden zurück. Kritisch sehen die Verbraucherschützer es jedoch, dass erst einmal Geld von den Kunden abgebucht wird. Sie fordern daher viel verbindlichere Regeln und einen besseren Schutz, z. B. wenn es sich um eine automatisierte Weiterleitung auf eine gekennzeichnete Bezahlseite handelt.

Der in Berlin ansässige Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert sogar eine standardmäßig voreingestellte Drittanbietersperre. Erst wenn der Verbraucher ausdrücklich seine Zustimmung gibt, sollte diese Sperre pauschal oder selektiv aufgehoben werden. “Verbraucher sollen selbst entscheiden, welche Dienste sie auf dem Handy nutzen und freischalten möchten.” Derzeit ist es in der Regel so, dass eine Drittanbietersperre erst dann aktiviert wird, wenn Verbraucher durch unberechtigte Rechnungsposten ihrerseits bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass jeder achte Mobilfunkkunde ein Opfer solch unzulässiger Dienste geworden ist. Bereits im Dezember 2016 hatte ein Staatssekretär des Bundesjustizministeriums schwere Vorwürfe gegen die Mobilfunkanbieter erhoben.
Mobilfunkkonzerne hätten Betrug vermutlich “billigend in Kauf genommen”, sagte Staatssekretär Gerd Billen. “Weil sie daran verdient haben, oder weil sie sich zu wenig Arbeit gemacht haben, die Betrüger aus dem Markt zu werfen.”