Zehn Jahre Haft für Quarantäne-Betrug

Viele Wege sollen aus der Pandemie herausführen. Inzwischen hat die Politik ihr Auge auf Reisende aus Risikogebieten geworfen. Bis zu zehn Jahre Haft drohen seit heute in Großbritannien, wenn man dabei erwischt wird, über den Reiseverlauf zu schwindeln.

Großbritannien verschärft erneut seine Anti-Corona-Politik, mit dem Ziel, die Ausbreitung von Mutationen einzudämmen. Der Inselstaat führt nun eine „rote Liste“ mit Risikoländern für Corona-Mutationen. Wer aus diesen Ländern einreist, muss in ausgewiesenen Hotels seine Quarantäne absitzen und dafür rund 2000 Euro zahlen. Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, muss mit teuren Geldstrafen rechnen, wer versucht, sich durch Unwahrheiten über den Reiseverlauf vor diesen Maßnahmen zu schützen, muss sogar mit einer Haftstrafe von bis zu 10 (!) Jahren rechnen. Dies spiegele die „ernste“ Natur des Delikts wider, erklärte der britische Verkehrsminister Grant Shapps.

Ein ganzes Regelpaket für Einreisende soll Großbritannien davor schützen, dass weitere Mutationen ihren Weg in das Königreich finden: Seit heute muss jeder Einreisende oder Reiserückkehrer mindestens drei Corona-Tests machen: Der Erste Test findet vor der Einreise statt, der Zweite bei der Einreise und der Dritte nach einer Pflichtquarantäne. Für die Einreise aus den meisten Ländern besteht eine Pflicht zur Selbstisolation von zehn Tagen an einem Ort der Wahl.

Wer aus einem von 33 Hochrisiko-Ländern laut britischer Liste einreisen möchte, darf das nur noch, wenn er die britische Staatsbürgerschaft oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung besitzt. Dann jedoch muss man sich sofort nach Einreise in ein Quarantänehotel begeben, wo mehrere Corona-Tests gemacht werden. Für den mindestens 11-tägigen Aufenthalt inklusive Tests fallen 1750 Pfund an (rund 2000 Euro), die der Reisende selbst zahlen muss. Rund 1000 bis 2000 Pfund wird es kosten, wenn man sich den Tests verweigert. Wer sich dieser Quarantäneanordnung entzieht, muss mit bis zu 10.000 Pfund (ca. 11.500 Euro) Strafe rechnen.

Großbritannien ist einer der dramatischsten Hotspots der Corona-Pandemie. Mehr 117.000 Menschen fielen dem Virus dort schon zum Opfer. Seit Ende letzten Jahres kämpft das Land gegen die Ausbreitung mehrerer Mutationen und deren Kreuzungen. Inzwischen gehen britische Experten davon aus, dass diese Varianten ansteckender und möglicherweise auch tödlich sind, als das Ursprungsvirus. Einen Lichtblick gibt es dennoch: Die britische Impfkampagne läuft ebenfalls auf Hochtouren. Von den rund 66 Millionen Einwohnern haben bereits 15 Millionen eine Impfdosis gegen Sars-CoV-2 erhalten.