Bertelsmann-Stiftung: Ehegattensplitting reformieren

Gütersloh (dts/n64) – Die Bertelsmann-Stiftung fordert eine Reform des Ehegattensplittings. Unter den aktuellen Regeln lohne es sich für Zweitverdienerinnen mit geringen Einkommen finanziell oft kaum, mehr zu arbeiten und zu verdienen, sagte Bertelsmann-Expertin Manuela Barisic der FAZ. Wegen des Ehegattensplitting würden dann hohe Steuern fällig. “Im Zuge des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels kann Deutschland sich dies nicht mehr leisten.”

In einer beim Münchner Ifo-Institut in Auftrag gegebenen Studie, über die die Zeitung berichtet, fordert die Stiftung, das Ehegattensplitting durch ein sogenanntes Realsplitting zu ersetzen. Dabei werden die Ehepartner anders als bislang einzeln veranlagt, ein Betrag von 13.805 Euro soll aber auf den Partner oder die Partnerin übertragen werden können. “Das Realsplitting alleine brächte 44.000 Frauen in Arbeit”, schreibt die Stiftung. Um die “Zweitverdienerinnenfalle” weiter zu entschärfen, machen sich die Autoren zusätzlich dafür stark, Minijobs, für die bislang keine Steuern und Abgaben anfallen, in reguläre Beschäftigung umzuwandeln. Vom ersten Euro an müssten dann kleine, sukzessiv steigende Sozialbeiträge bezahlt werden, bis bei einem Monatseinkommen von 1.800 Euro der volle Sozialversicherungssatz zu Buche schlagen soll. Unter dem Strich bringe eine solche “Kombireform” 124.000 Menschen in Arbeit, davon 108.000 Frauen. “Nur eine kombinierte Reform hilft, die sich gegenseitig verstärkenden negativen Effekte von Ehegattensplitting und Minijob-Regelung zu beheben”, sagte Barisic. Den Berechnungen zufolge sei die Doppelreform für den Staatshaushalt einkommensneutral. Sie lindere zudem die Ungleichheit etwas, das Geringverdiener stärker profitierten als Gutverdiener.

Foto: Mann und Frau sitzen am Strand, über dts Nachrichtenagentur

4 Kommentare

  1. “Zweitverdienerinnen mit geringen Einkommen”
    Wer behauptet eigentlich, dass der Zweitverdiener in der Ehe immer die Ehefrau ist? 🤔
    Das grenzt ja schon an Diskriminierung! 🤨

  2. “dass Geringverdiener stärker profitierten als Gutverdiener”
    Ja, moment mal! Dafür müssen Geringverdiener wegen der sog. Beitragsbemessungsgrenzen prozentual mehr von ihren Einkommen in die Gesetzlichen Versicherungen einzahlen. Zudem verhindert die Regelung mit der Beitragsbemessungsgrenze, dass Geringverdiener sich “freiwillig” privat krankenversichern dürfen.
    Man muss eben immer alles im Auge behalten und darf die Verhältnisse nicht nur einseitig betrachten. Die Dres. Experten der Bertelsmann Stiftung haben damit offensichtlich ein Problem.
    Apropos Bertelsmann Stiftung: War das nicht früher mal ein Club für Bücher-Abonnements? 🤔

    1. Besser sollten Mal die eigentlichen Volksschmarotzer zur Kasse gebeten werden, denn die sitzen weit oben auf der sozialen Leiter! 🤨

  3. Ehegattensplitting hin oder her, am Ende eines jeden Steuerjahres müssen sowiesowieso immer die gesamten Einkommen versteuert werden. Was über das Jahr weniger an Steuern gezahlt werden brauchte, das muss dann nachgezahlt. Und was an Steuern zuviel gezahlt wurde, das wird vom Fiskus (in den meisten Fällen) zurück erstattet. Am Ende habe alle unter dem Strich das Gleiche, ob nun mit oder mit ohne Ehekatzensplitting. 😸

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