Brinkhaus beklagt Umgang mit AKK

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus verlangt einen neuen Politikstil und beklagt, dass die CDU nicht loyal genug zu ihrer Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer gestanden habe. Brinkhaus sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe), „rational betrachtet“ sei es ein Fehler Kramp-Karrenbauers gewesen, ihren Rückzug bereits jetzt bekannt zu geben. Ihr Nachfolger werde deshalb bis zur Bundestagswahl 2021 sehr lange im Fokus der politischen Konkurrenz stehen.

„Aber wir unterschätzen oft, dass Politiker auch Menschen sind – und dass man manchmal für sich persönlich einen Punkt erreicht, an dem man sagt, es geht nicht mehr.“ Das habe man auch bei Andrea Nahles und deren Rücktritt vom SPD-Vorsitz gesehen, „irgendwann ist es einfach zu viel für einen Menschen“. Deshalb müsse man sich – „bei allen Fehlern, die sicherlich gemacht werden“ – überlegen: „Wie gehen wir mit unseren Führungskräften um?“ Brinkhaus sagte, es sei immer eine große Stärke der CDU gewesen, „dass sie zu 95 Prozent loyal war mit denen, die an der Spitze standen“. Das sei jetzt aber nicht mehr so gewesen. Kramp-Karrenbauer hätte „intern mehr Loyalität verdient gehabt“. Politik werde leider „oft nicht differenziert, sondern mit der Holzhammermethode betrieben“. Wenn man das nicht ändere, „werden wir irgendwann keine guten Leute mehr kriegen“. Es würden sich „dann nur noch Leute für solche Ämter bewerben, von denen wir als Demokraten sagen, die wollen wir eigentlich nicht haben“. Bereits jetzt erlebe man „schon auf kommunaler Ebene, dass es immer schwieriger wird, gute Kandidaten zu finden“, sagte Brinkhaus. „Wenn wir nicht lernen, mit Politikern anständig umzugehen, bekommen wir ein Problem.“ Der Unionsfraktionschef lobte in diesem Zusammenhang seinen Vorgänger Volker Kauder. Brinkhaus hatte im Jahr 2018 knapp gegen Kauder gewonnen, genauso wie Kramp-Karrenbauer gegen Friedrich Merz bei deren Wahl zur CDU-Vorsitzenden. „Ich habe auch Fehler gemacht“, sagte Brinkhaus. Aber seine Fraktion habe ihm Zeit gegeben, in seine Aufgabe hineinzuwachsen. Das habe er auch „Kauder und seinen Unterstützern zu verdanken – sie haben akzeptiert, dass ich gewonnen habe und sich nie illoyal verhalten“. Dafür sei er sehr dankbar. Friedrich Merz hatte nach seiner Niederlage gegen Kramp-Karrenbauer dagegen nicht aufgehört, weiter nach oben zu streben. Dazu sagte Brinkhaus: „Man kann um Personalentscheidungen ringen. Aber wenn sie gefallen sind, dann sollten alle loyal dahinterstehen.“

Foto: Annegret Kramp-Karrenbauer am 07.12.2018, über dts Nachrichtenagentur

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.