Jogi Löw zur WM-Flaute: „Fast schon arrogant“

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat das Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft in Russland als „absoluten Tiefschlag“ bezeichnet. In seiner Analyse gesteht er einen unangepassten Spielstil und eigene Fehler.

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der WM-Blamage hat Löw auch eigene Fehleinschätzungen eingestanden. Dennoch bleibt er Bundestrainer. Als eine Konsequenz aus dem desaströsen WM-Auftritt kündigte er die Trennung von seinem bisherigen Ko-Trainer Thomas Schneider an. Dieser soll die Leitung der Scouting-Abteilung des DFB übernehmen. Der Trainerstab soll künftig neben Löw aus Assistent Marcus Sorg und Torwarttrainer Andreas Köpke bestehen. „Wir wollten ganz bewusst einen Fachmann im Scouting-Team haben, was die Gegneranalyse betrifft. Urs Siegenthaler wird selbstverständlich weiter in diesem Bereich zuständig sein“, sagte Löw.

Das Thema Özil ist für Löw nicht ausschlaggebend. Es habe Kraft gekostet und sei nervenaufreibend gewesen, „weil es immer wieder da war“, sagte Löw. Es sei aber nicht der Grund für das vorzeitige WM-Aus in Russland gewesen. Auch Rassismusvorwürfe weist er zurück.

Löw sieht das größte Problem in einer taktischen Fehleinschätzung: „Mein allergrößter Fehler war, dass ich geglaubt habe, dass wir mit unserem dominanten Stil durch die Vorrunde kommen. Wenn wir dieses Spiel spielen, müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit wir dieses hohe Risiko auch tolerieren können. Diese Rahmenbedingungen haben in diesen Spielen bei uns nicht gepasst“, sagte er. „Es war fast schon arrogant“, räumte der 58-Jährige im Stadion des FC Bayern mit Blick auf das Spiel der Nationalmannschaft ein. „Ich wollte das auf die Spitze treiben und es noch mehr perfektionieren. Ich hätte die Mannschaft vorbereiten müssen, so wie es 2014 der Fall war, als es eine Ausgewogenheit gab zwischen Offensive und Defensive.“ Weiterlesen