VDA sieht E-Mobilität von Stromkrise bedroht

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Präsidentin des Verbands der Deutschen Automobilindustrie Hildegard Müller hat mehr Energiekooperationen gefordert, damit Strommangel und hohe Stromkosten nicht die E-Mobilität in Deutschland ausbremsen. "Die Stromkosten machen uns Sorgen", sagte sie dem Fernsehsender "Welt" dazu. "Das wird das nächste große Thema werden. Es wird sehr wahrscheinlich auch knapp werden mit dem Strom, also ich auch hier muss vorausschauend gearbeitet werden."

Alleine in Deutschland werde man den für E-Mobilität nötigen Strom nicht produzieren können, befürchtet Müller. Daher brauche es mehr internationale Energiekooperationen: "Deshalb brauchen wir Rohstoff- und Energiepartnerschaften, die uns absichern." Weltweit würden jetzt Flächen verteilt in Afrika, in Lateinamerika, in vielen anderen Regionen. "Und wir brauchen eine engagiertere Handels- und Energieaußenpolitik als es zurzeit der Fall ist. Also hier muss nicht nur geredet werden", so die VDA-Chefin. "Hier müssen hart Verträge abgeschlossen werden, wir müssen schnell sein, in Handelsabkommen. Deutschland, Europa muss sein Interesse hier auch waren an, wenn wir nicht auf Dauer sonst zum Verlierer werden möchten." Alleine werde man in Deutschland diesen Strombedarf ihres Erachtens nach nicht erzeugen können, "und deshalb muss die Politik hier vorsorglich planen". Auch die Ladeinfrastruktur wachse noch immer nicht schnell genug, so Müller: "Wir müssen viel schneller werden in unserem Planungs- und Genehmigungsverfahren, damit wir hier auch entsprechend aufbauen können. Der Staat muss sich da entschlacken." Das behindere die Akzeptanz von E-Mobilität, so die Branchenvertreterin. "Die Menschen werden natürlich nur umsteigen auf Elektromobilität, wenn sie das Gefühl haben, sie können zu jederzeit an jedem Ort auch ihren Ladebedarf stillen." Die Hälfte der Kommunen in Deutschland habe noch keinen öffentlichen Ladepunkt. "Wir bekommen jetzt den Masterplan Ladeinfrastruktur, das ist ein richtiger und wichtiger Schritt, aber die Dynamik muss noch sehr zunehmen." Es brauche vor allem mehr Schnellladepunkte, so Müller. "Die Netzausbaupläne der Energieversorger müssen angepasst werden an der hohen Ladebedarf, ich denke zum Beispiel an Autobahnen." Auch dürfe man als Planungsgrundlage nicht länger davon ausgehen, dass private E-Autos im Regelfall in der Garage eines Eigenheims geladen würden: "Nicht jeder hat ein Einfamilienhaus. Die neue Normalität sieht ja so aus, dass Menschen in Mietwohnungen laden möchten und vieles mehr." Deshalb brauche man öffentliche Ladepunkte, öffentliche Flächen. Kommunen, Länder, der Bund müsse hier viel mehr ausweisen. "Es braucht im Prinzip in jeder Stadt, in jeder Kommune einen runden Tisch so zu schauen: welchen Bedarf habe ich, wo habe ich große Arbeitgeber, wo habe ich Einkaufszentren, wo habe ich Einfamilienhäuser und Mietwohnungen und wie kann ich dieses Thema so voranbringen?"

Foto: Elektroauto an einer Strom-Tankstelle, über dts Nachrichtenagentur

Ein Kommentar

  1. Die Entwicklung zum E-Auto war und ist ein Fehlweg. Ohne die überbordende Förderung stünden die Autos noch heute auf dem Hof der Händler. Jeder, der vernünftig nachdenkt, wird an der Antwort zu der Frage der Lademöglichkeiten scheitern. Und ob es volkswirtschaftlich sinnvoll ist, auf der Suche nach einer funktionierenden Ladestelle mehrmals um den Block zu fahren, ist auch fraglich.
    Weil ein AKW in Japan verunfallte und Frau Merkel dachte, dass der Rhein auch einen Tsunami verursachen könnte, muss die Wirtschaft jetzt allumfänglich leiden. Oder war die Rückführung von D in einen Arbeiter und Bauernstaat, womöglich unter Hammer und Sichel, der große Plan?

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