

In Italien wird die Situation in Hinsicht auf Naturkatastrophen zunehmend brenzliger. Nicht nur haben gerade Wirbelstürme, Hagel und Starkregen den Norden des Landes verwüstet und große Schäden in den ungemein beliebten Ferienhotspots Venedig und Verona angerichtet. Jetzt kommen Berichte vom stärksten Erdbeben seit 40 Jahren im Süden des Landes. Heute Morgen gegen 6 Uhr wurden die drei Millionen Einwohner von Neapel von einem gewaltigen Erdbeben aus dem Schlaf gerissen. Das Beben wird als ein weiteres Zeichen dafür betrachtet, dass der Zeitpunkt für eine entsetzliche Naturkatastrophe, die potenziell ganz Süditalien befallen wird, unmittelbar bevorsteht.
Größtes Beben seit 40 Jahren
Das Beben in Neapel heute Morgen hatte sein Epizentrum in den Phlegräischen Feldern an der Stadtgrenze außerhalb Neapels. Dort befindet sich der größte Supervulkan Europas. Gleichzeitig liegt auch der höchst aktive Vulkan Vesuv nur wenige Kilometer von Neapel entfernt. Während die Neapolitaner daran gewöhnt sind, dass der Grund unter ihren Füßen sich regelmäßig mehr oder weniger heftig bewegt, erreichte das Erdbeben heute Morgen eine Stärke von 4,4 auf der Richterskala. Das ist die höchste Messung in 40 Jahren und der italienische Katastrophenschutz sowie Vulkanologen sind in Alarmbereitschaft. Laut Berichten in italienischen Medien flüchteten viele der Einwohner der Millionenstadt in ihren Schlafanzügen auf die Straße. Bisher wurden keine größeren Sach- oder Personenschäden ermittelt, aber Schulen in der Stadt werden heute vorsichtshalber geschlossen bleiben.
Schlechte Vorbereitung
Die Stadt ist laut sowohl Katastrophenexperten als auch der örtlichen Bevölkerung immer noch unzureichend gegen einen Vulkanausbruch gesichert. Nach Angaben von Erdbeben- und Vulkanforschern hat die Stadtverwaltung von Neapel keinen standesgemäßen Evakuierungsplan ausgearbeitet, der auch Rücksicht auf die engen Straßenverhältnisse der Stadt nimmt. Bei einem früheren Beben hatten mehrere Neapolitaner versucht, mit dem Auto zu flüchten. Dabei kamen sie aber nicht weit, weil sie stundenlang in Verkehrsstaus stecken geblieben waren. Ein Ausbruch des Supervulkans in den Phlegräischen Feldern würde auch zu enormen Problemen im Rest von Europa führen. Nicht nur wurden die enormen Ascheausstöße den Flugverkehr im gesamten süd- und mitteleuropäischen Raum lahmlegen. Die enormen Aschewolken könnten auch die Sonne über Wochen oder Monate hinweg verdunkeln und zu Ernteausfällen, Hungersnöten und wirtschaftlichem Zusammenbruch in ganz Europa führen.