Schwarzer Tag für Elon Musk

Der umstrittene südafrikanische Milliardär, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft innehat, ist kein Fremder für Kontroversen und negative Schlagzeilen. Mit regelmäßigen, oft gezielt ausgewählten Abständen erscheint der unsympathische Tech-Gründer auch in Deutschland im Rampenlicht. So auch, nachdem die Geschäftsführung der deutschen Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin auf Musks Anweisung ausrückte, um den Gesundheitszustand von krankgeschriebenen Mitarbeitern aus nächster Nähe zu überprüfen. Heute jedoch häufen sich schlechte Nachrichten für den Milliardär, über die er keine Kontrolle hat. Innerhalb von nur wenigen Stunden traf eine Katastrophenmeldung nach der anderen ein, die direkt Unternehmen des Tesla-Bosses betreffen. 

Katastrophale Zahlen aus Deutschland 

Zum einen wurden heute die Verkaufszahlen für die Tesla-Giga-Fabrik in Grünheide veröffentlicht. Diese zeigen nicht nur, dass Tesla Deutschland seine eigenen Produktionsziele weit verfehlt hat, sondern auch, dass die enorme Produktionsanlage nur noch auf halber Kapazität arbeitet. Weiter zeigen die Zahlen, dass die deutsche Tesla-Fabrik im Laufe des Jahres die Arbeitnehmerzahl stillschweigend um rund 1 700 Stellen reduziert hat. Musk hatte zwar wiederholt versprochen, den deutschen Standort auszuweiten, aber die neuesten Zahlen zeichnen ein eher düsteres Bild über die Verhältnisse hierzulande, und die Zukunft der Giga-Fabrik und deren 10 000 Mitarbeiter ist ungewisser denn je. 

Verbot in China 

Neben den Problemen am deutschen Standort gab die chinesische Regierung heute bekannt, dass ab nächstem Jahr Kraftfahrzeuge mit versteckten Türgriffen im Land verboten werden. Ausgerechnet Tesla hat diese Funktion zu seinem Markenzeichen gemacht und muss sich jetzt schnell etwas einfallen lassen, um dem Verbot in China zuvorzukommen. Der chinesische Markt gilt als einer der wichtigsten für Tesla. Auch wenn die Verkaufszahlen im Laufe der letzten zwei Jahre drastisch gesunken sind, verkauft Tesla immer noch etwas über 600 000 Fahrzeuge jährlich in China. Das Verbot gegen versteckte Türgriffe an Kraftfahrzeugen wurde erlassen, nachdem mehrere Insassen in Fahrzeugen mit versenkbaren Türgriffen bei lebendigem Leibe verbrannten, weil Rettungskräfte die Türen nicht rechtzeitig öffnen konnten.

Razzia in Frankreich 

Aber nicht nur Musks Tesla wurde heute von Hiobsbotschaften heimgesucht. In Paris führte heute die französische Cybercrime-Einheit eine Razzia in den Büros des sozialen Netzwerks „X“ durch, das ein wesentlicher Bestandteil des Musk-Geschäftsimperiums darstellt. Dabei wurde auch eine Vorladung an Musk abgegeben, die ihn dazu verpflichtet, bei der französischen Staatsanwaltschaft vorstellig zu werden. Die französische Justiz wirft dem Milliardär vor, mithilfe der bei „X“ “ entwickelten KI „Grok“ Kinderpornografie zu verbreiten. Auch die EU-Kommissionen bereiten ähnliche Anklagen gegen Musk und „X“ vor. Europol assistierte den französischen Behörden bei den Ermittlungen und der Razzia. Ob Musk der Pariser Vorladung für den 20. April Folge leisten wird, ist noch nicht bekannt.

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Alexander Grünstedt