

Beängstigende Entführungen in Brandenburg: Innerhalb kürzester Zeit verschwinden 233 Rinder von ihren Weiden. Der Schaden übersteigt bereits 337.000 Euro, es wird mit Hochdruck ermittelt.
233 Rinder sind zwischen März und Mai in Brandenburg verschwunden. Die Entführer rückten mit einem großen Lastwagen an, den sie nahe an unterschiedlichen Weiden parkten, um dann zwischen 30 und 70 Tiere einzuladen. 233 Rinder im Wert von mehr als 337.000 Euro sind bereits abhandengekommen.
Tiere wohl ins Ausland gebracht
Kriminalist Christoph Wenzlaff glaubt nicht, dass die Tiere jetzt irgendwo in einem anderen Teil Deutschland auf einer Weide stehen – das sei „abwegig“. Man könne davon ausgehen, „die Tiere werden ins Ausland gebracht und dann womöglich verarbeitet oder vielleicht sogar noch weiter weg transportiert.“ Die bestohlenen Bauern hätten „den Schock erst einmal überwunden“, der „Betrieb läuft wieder normal weiter.“
Die Bauern sind alarmiert, kontrollieren den Bestand öfter. Die Polizei ermittelt, indem verstärkt Viehtransporter ins Visier genommen werden. Auch nachts wurden verstärkte Kontrollen an Autobahnen und Landstraßen durchgeführt. Seit dieser Woche läuft noch zusätzlich eine öffentliche Fahndung: Die Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) appellieren an die Bevölkerung, Hinweise auf einen „blauen Viehtransporter in der Größenordnung von 12,5 Tonnen“ weiterzugeben. Dieser habe in der Nacht vom 11. zum 12. Mai in Schenkendöbern 32 Rinder abtransportiert.
Mehrere Diebstähle im Frühling
Die Diebstähle ereigneten sich am 29. März im Rabensteiner Ortsteil Zixdorf, am 21. April im Uebigau-Wahrenbrücker Ortsteil Langennaundorf, zwischen Januar und 6. Mai im Vetschauer Ortsteil Raddusch und am 12. Mai im Schenkendöberner Ortsteil Hammer. Seit die Polizei öffentlich ermittelt, kam es zu keinen neuen Diebstählen.
„Täter machen erst mal Pause“
Der Chef der Kriminalisten-Gewerkschaft über den Druck: „Das muss man auch eine Weile durchhalten können, weil die Täterinnen und Täter – in dem Fall wohl überwiegend Täter – schauen ja auch Nachrichten. Und wenn die merken, dass jetzt der Verfolgungsdruck steigt, dann pausieren die auch erst mal.“