5 Tote auf Luxus-Kreuzfahrt

Das Mittelmeer wird zunehmend zum Schauplatz dramatischer, oft tödlicher Umstände, insbesondere weil dort höchst unterschiedliche Welten zusammenprallen. Für viele hierzulande gehört der europäische Bereich des Binnenmeers zu den beliebtesten Urlaubszielen, das Sommer, Sonne und endlose Strände garantiert. Für andere, größtenteils Flüchtlinge aus Afrika,  stellen die Gewässer eine wichtige Fluchtroute dar, die sie von den Küstengebieten im Nahen Osten nach Europa bringt. Dabei nutzen die Flüchtlinge kleine Schlauchboote, die sich kaum für die lange Überfahrt eignen, in vielen Fällen lecklaufen und untergehen, mit tödlichen Folgen für die Insassen.  Kreuzfahrtschiffe, die sich im gleichen Gebiet befinden, werden da oft mit den Leichen der Unglücklichen konfrontiert. Gerade kam es wieder zu einem Vorfall, in dem die Crew eines Kreuzfahrtschiffs fünf Tote aus dem Mittelmeer vor den Augen der entsetzten Passagiere bergen musste. 

Psychische Betreuung für Passagiere 

Bei dem betroffenen Kreuzschiff handelt es sich um die „Sapphire Princess“ der amerikanischen Reederei Carnival Corporation. Das Kreuzfahrtschiff mit mehr als 3000 Passagieren an Bord war auf dem Weg von Italien nach Dänemark, als der Besatzung vor der spanischen Küste eine im Wasser treibende Rettungsweste auffiel. Der Kapitän der „Sapphire Princess“ ordnete sofort an, ein Rettungsboot zu Wasser zu lassen. Kurz darauf barg die Mannschaft fünf Tote aus den Wellen. Nach Angaben des Kreuzfahrtunternehmens handelte es sich bei den Ertrunkenen weder um Passagiere noch um Besatzungsmitglieder der „Sapphire Princess“, und man geht davon aus, dass es sich um die Opfer eines gekenterten Flüchtlingsbootes auf dem Weg von Algerien nach Spanien handelte. Den Passagieren, die die Bergungsaktion verfolgten und unter Schock standen, wurde psychologische Betreuung angeboten. 

Leichenteile am Strand 

Auch an den Stränden in den Urlaubsparadiesen machen sich die beiden weit unterschiedlichen Welten bemerkbar. So war bereits im Jahre 2024 die türkische Riviera vor Antalya von Leichenteilen übersät, nachdem dort ein Boot mit syrischen Flüchtlingen an Bord gekentert war. Auch auf den Balearen und an den Küsten des spanischen Festlands mehren sich die Nachrichten von grausigen Leichenfunden, die auf gekenterte Schlauchboote auf dem Weg von Afrika nach Europa zurückzuführen sind. Die griechische Küstenwache hat gerade ein Schlauchboot vor der Küste Kretas aufgegriffen, auf dem 22 Menschen verstarben und deren Leichen von Schleppern, die sich auch auf dem Boot befanden, ins Meer geworfen wurden. Die Situation könnte sich aufgrund von Konflikten in unter anderem dem Sudan in diesem Jahr weiterhin zuspitzen. Nach Angaben der Vereinten Nationen befinden sich zurzeit rund 4 Millionen Flüchtlinge in den nordafrikanischen Staaten am Mittelmeer, die sich auf die gefährliche Überfahrt nach Europa begeben wollen.

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Alexander Grünstedt