ADAC-Verkehrspräsident tritt nach Wutwelle zurück

Mit mehr als 22 Millionen Mitgliedern gilt der ADAC als einer der einflussreichsten Automobilvereine der Welt. Seit Ende Dezember erlebt der Verein allerdings eine Massenflucht, nachdem mehr als 60 000 Autofahrer ihre Mitgliedschaft aufgegeben haben, um gegen einen angeblichen Richtungswechsel des Clubs zum Vorteil von E-Mobilität zu protestieren. Hintergrund war ein höchst umstrittenes Interview des ADAC-Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand (60) in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dort gab er bekannt, dass seiner Meinung nach die Kosten für Benzin und Diesel noch mehr ansteigen sollten, um Nachhaltigkeit und die deutschen Klimaziele zu gewährleisten. Die Aussagen resultierten in einer regelrechten Wutwelle. Jetzt zieht der ADAC die Konsequenz aus der Mitgliederflucht und Hillebrand hat seinen Rücktritt angekündigt.

ADAC lenkt ein 

In dem umstrittenen Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Hillebrand: „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen … Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“ Die Aussage löste eine Welle von indignierten bis hin zu empörten Rufen aus der Bevölkerung aus. Mitglieder fühlten sich verraten und beschuldigten den ADAC, die eigenen Mitglieder in die Pfanne zu hauen und deren Interessen nicht mehr zu vertreten. Die Kosten für den Erhalt und Betrieb von Kraftfahrzeugen hatten im Laufe des vergangenen Jahres ohnehin die Grenzen des Bezahlbaren erreicht. In einer öffentlichen Bekanntmachung lenkt jetzt eine Vertreterin für den ADAC ein: „Ob Benziner, Diesel oder E-Auto: Wir machen uns gegen jede weitere Belastung ohne sozialen Ausgleich stark. Unser Auftrag lautet: „Bezahlbare Mobilität für alle“. 

Anwalt der Autofahrer

Einen endgültigen Nachfolger für den in Ungnade gefallenen Vereinspräsidenten hat man im Augenblick noch nicht gefunden. In der Zwischenzeit soll der ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze (62) die Arbeitsaufgaben des abgegangenen Vereinsleiters kommissarisch übernehmen, bis die Nachfolge geregelt ist. Zu dem Rücktritt Hillebrands sagt die ADAC-Sprecherin zur „Bild“: „Die Zahl der Kündigungen zeigt, dass viele Mitglieder den Eindruck hatten, der ADAC habe seine Rolle als Anwalt der Autofahrer verlassen. Das trifft den ADAC und wird sehr ernst genommen.“ 

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  • Solche Vorschläge können nur von Leuten kommen die Zuviel Geld haben. Wie sollen Mieter die in der Stadt wohnen und genug mit anderen Problemen das finanzieren. Solange die Infrastruktur nicht vorhanden ist, geht das nicht. Die berühmte Frage, was war zuerst da Ei oder Henne

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Alexander Grünstedt