Bombendrohung in Kölner Zentralmoschee

Die Kölner Polizei durchsuchte nach einer Drohmail am Morgen mit einer großen Anzahl an Beamten die Ditib-Zentralmoschee in Köln. Dabei wurde glücklicherweise nichts Verdächtiges gefunden, jedoch hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

Nach einer Drohmail gegen die Kölner Ditib-Zentralmoschee ist der gesamte Komplex geräumt und weiträumig abgesperrt worden. Um 10:25 Uhr war in der Moschee eine Mail eingegangen, in der der anonyme Schreiber damit drohte, um 11:15 Uhr eine Bombe explodieren zu lassen. Die Nachricht war in Deutsch geschrieben und hatte eine gute Grammatik. „Der Inhalt hatte ein so hohes Drohpotenzial, dass wir unmittelbar handeln mussten“, sagte ein Polizeisprecher. Mit Blick auf ein mögliches Strafverfahren wollte er sich jedoch nicht zum genauen Inhalt des Schreibens äußern. Dabei habe es sich aber um eine Bombendrohung gehandelt, wie ein Sprecher der Türkisch Islamischen Union Ditib – der bundesweit größten Islam-Dachorganisation – sagte.

Die Polizei durchsuchte mit einer sehr hohen Zahl von Beamten seit dem Vormittag die Einrichtung im Stadtteil Ehrenfeld. Zwischenzeitlich waren auch die KVB-Linien 3 und 4 gestoppt worden. Bis zum Mittag gab es keine Funde oder Hinweise, von denen eine Gefahr ausgegangen sei, ergänzte ein Polizeisprecher am Mittag. Die Polizei Nordrhein-Westfalen twitterte zum Mittag dann auch, dass der Einsatz beendet wurde, ohne das konkret etwas Auffälliges oder Verdächtiges gefunden worden sei. Zuerst hatte die „Kölnische Rundschau“ über die Aktion berichtet.

Der Sprecher der Ditib erläuterte, dass die Räumung ruhig verlaufen sei. Unklar ist bisher, wie viele Personen sich zum Zeitpunkt der Drohung in der Moschee, die die größte in Deutschland ist, aufgehalten haben. Täglich gingen neben den Mitarbeitern auch viele Besucher in dem Haus ein und aus. Auch zwei Schulklassen sollen am Morgen zu Gast gewesen sein.

„Wir haben Angst“

„Wir sind besorgt, wir haben Angst, wir erleben gerade eine Konzentration von Angriffen gegen Moscheen“, sagte Ditib-Sprecher Zekeriya Altug. „Eine Bombendrohung, das hat eine neue Qualität.“ Wegen des Verdachts einer Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung einer Straftat hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

Im vergangenen September war die Kölner Zentralmoschee vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan offiziell eröffnet worden. Dies war von Bundes- und Landespolitikern kritisiert worden. Wegen ihrer Nähe zum Regierung in Ankara steht die Ditib in Deutschland unter Kritik. Vorgeworfen werden ihr unter anderem fehlende strukturelle und politische Unabhängigkeit zur Regierung in der Türkei.