Corona-Lage Deutschland: 34 Hotspots – neue Quarantäne-Gebiete

Im Vergleich zu den Nachbarländern Frankreich und Spanien hat Deutschland die Pandemie noch gut unter Kontrolle. Doch die Infektionszahlten steigen seit Oktober wieder besorgniserregend an. Inzwischen sind 34 Landkreise oder Städte zum Corona-Risikogebiet erklärt worden.

Nach aktuellem Stand der Fallzahlen gemäß Daten des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland 34 Landkreise oder Städte Corona-Hotpots. D.h. in den letzten sieben Tagen wurden dort mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet – der sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz liegt also über 50. Am stärksten betroffen sind die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg.

Die dichteste Neuansteckungsraten pro 100.000 Einwohner liegen in den Städten Cloppenburg (Sieben-Tages-Inzidenz = 102), Delmenhorst (101), Herne (99), Bitburg-Prüm (89), Bremen (83), Esslingen (77), Regen (76), Rosenheim (72), Stuttgart (70) und Hagen (70).

Das sind alle deutschen Risikogebiete auf einen Blick:

Berchtesgadener Land
Berlin (Bezirke Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinickendorf)
Bremen
Cloppenburg Landkreis
Delmenhorst
Duisburg
Düsseldorf
Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis
Emsland
Esslingen Landkreis
Frankfurt am Main
Fürstenfeldbruck Landkreis
Gelsenkirchen
Grafschaft Bentheim Landkreis
Groß-Gerau Landkreis
Hagen
Hamm
Herne
Köln
Leverkusen
Main-Taunus-Kreis
Mainz
Memmingen
München
Recklinghausen Kreis
Regen Landkreis
Rosenheim
Solingen
Stuttgart
St. Wendel Landkreis
Unna
Vechta Landkreis
Wesermarsch Landkreis
Wuppertal

Reisebeschränkungen in Deutschland

Für Bewohner oder Besucher eines Risikogebiets gelten in anderen Regionen Deutschlands Reisebeschränkungen. Pflicht zur Quarantäne nach Einreise aus einem Risikogebiet besteht in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. In anderen Bundesländern besteht zwar keine Quarantänepflicht für innerdeutsche Reisen, teilweise dürfen Hotels und Pensionen jedoch keine Gäste aus Corona-Hotspots empfangen. Das sogenannte Beherbergungsverbot besteht in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bestehen Pläne ein Beherbergungsverbot in Kraft zu setzen.

Aufgrund von familiären, beruflichen oder medizinischen Gründen sowie unter Vorlage eines aktuellen negativen Corona-Tests können Ausnahmen gemacht werden. Bitte informieren Sie sich vor einer innerdeutschen Reise beim zuständigen Gesundheitsamt.

„Entscheidende Tage“

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach vergangene Woche von „entscheidenden Tagen“, in denen sich zeige, „ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können, so wie uns das jetzt ja monatelang gelungen ist – oder ob uns diese Kontrolle entgleitet“. Laut Weltgesundheitsorganisation haben sich seit Beginn der Pandemie 322.864 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infiziert. 9.615 starben in Folge der Erkrankung. In Frankreich und Spanien wurden jeweils mehr als doppelt so viele Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. In beiden Ländern starben mehr als 32.000 der Infizierten.