Der Schatz im Silbersee… liegt auf Rügen und stammt von den Wikingern

Ein Sensationsfund schlechthin. Ein Hobbyarchäologe entdeckt den „Fund seines Lebens“ in einem Acker auf Rügen. Der wertvolle Silberschatz aus dem 10. Jahrhundert umfasst Schmuck, Hunderte Münzen und Thorshammer. Vieles davon stammt aus der Regentschaft des Dänenkönigs Harald Blauzahn.

Ausgestattet mit Metalldetektoren und Schaufeln suchten der der Hobbyarchäologe René Schön und der Schüler Luca Malaschnitschenko (13) nach neuen Funden auf der beliebten Urlaubsinsel Rügen nahe der Ortschaft Schaprode. Der Schüler entdeckte plötzlich ein Stück Metall, meint aber es handele sich dabei lediglich um wertloses Aluminium. René Schön reinigt das Stück und ist überzeugt – es handelt sich hierbei um eine Silbermünze.

Drei Monate später ist es offiziell. Der Fund der beiden Hobbyarchäologen offenbart sich als Teil eines exquisiten Silberschatzes. Aufgrund der Datierung lassen sich der Schmuck, die Münzen und Hammer sehr gut mit dem einstigen Dänenkönig Harald Blauzahn in Verbindung bringen. Dieser lebte im 10. Jahrhundert von 910 bis 987 und ist in Norddeutschland recht bekannt. Der als Wikinger geborene Blauzahn gilt als Begründer des dänischen Reiches, indem er das vorher zersplitterte Land einte, das Christentum einführte und Reformen durchsetzte.

Die Vermutung liegt nahe, dass der bei Schaprode entdeckte Silberschatz mit dem 1872 auf der Insel Hiddensee entdeckten Goldschatz zusammenhängt. Geschichtlichen Quellen zufolge, floh der König nach einer verlorenen Seeschlacht gegen seinen eigenen Sohn Sven Gabelbart nach Pommern, wo er nur ein Jahr später auf der Jormsburg bei Swinemünde verschied. Auf der Flucht muss Harald Blauzahn seinen Silberschatz hier vergraben haben.

Die Landesarchäologie von Mecklenburg-Vorpommern ließ das ca. 400 Quadratmeter große Gebiet bergen. Die beiden Entdecker sind dabei und heben dabei geflochtene Halsreifen, Fibeln, Perlen, zerhackten Ringschmuck, einen Thorshammer und ca. 600 teils zerhackte Münzen, wovon um die 100 aus der Zeit Haralds stammen.

Auch Grabungsleiter Michael Schirren ist begeistert: „Dies ist der größte Einzelfund von Blauzahn-Münzen im südlichen Ostseeraum und damit von herausragender Bedeutung.“ Neben den Münzen des Dänenkönigs finden sich Münzen aus England und dem Orient. Diese kamen in den Schatz durch die regen Handelstätigkeiten im Ostseeraum. Der Münzexperte Lutz Ilisch aus Tübingen datiert die älteste Münze auf das Jahr 714, die jüngste auf 983. Nun geht der Silberschatz nach Schwerin ins Landesamt, um dort katalogisiert und konserviert zu werden.